Meine Ehe mit einem Scientologen



Nicht einmal am Nachmittag des Muttertages, als wir unsere Mütter auf meine Initiative hin zu Kaffee und Kuchen eingeladen hatten, war Ruhe. Da das kleine Tierheim ohnehin völlig überfüllt ist, haben sie sich an Asoka gewandt und um Hilfe gebeten.

Inhaltsverzeichnis


Meiner Familie erzählte ich von Scientology erst, nachdem die Scheidung beschlossene Sache war, also im Oktober Meine Mutter ist immer noch schockiert und fürchtet, Scientology könnte mir etwas antun. Wie sehr ich mich damals getäuscht und überschätzt hatte, wurde mir erst viel später klar, manches erst nach der Scheidung. Heute werfe ich mir vor, dass ich mir in meiner Verliebtheit keine Informationen über diese Sekte besorgt habe.

Ich hatte den Traum, meinem Ehemann ein kleines Paradies aufzubauen. In seinem Junggesellenhaushalt mangelte es an vielem. Systematisch richtete ich einen funktionierenden Haushalt ein. Mit dem Geld, das wir als Hochzeitsgeschenk bekommen hatten, kaufte ich Waschmaschine, Geschirrspüler und Bügeleisen. Meine kleinen Geldreserven investierte ich in Bettwäsche und Tischgeschirr,.

Viele Kleinigkeiten fehlten in seinem Haushalt. Er wolle einen Managementkurs machen, um mit diesen Situationen besser zurechtzukommen, vor allem um die Kredite zurückzahlen zu können, die nicht allzu hoch seien. Das Ausmass dieser Schulden erfuhr ich erst Wochen nach unserer Heirat. Ich glaube, das Gesamtausmass seiner Verschuldung ist mir bis heute nicht bekannt.

Für diesen Kurs brauche er Ich fand diese Summe utopisch und überdimensioniert und äusserte meine Bedenken. Ich erinnere mich deshalb so genau an dieses Wort, weil ich es niemals zuvor gehört hatte. Irgendwie fand ich diese Aussage logisch, weil ja auch eine verbesserte finanzielle Situation für unsere junge Ehe nur gut sein könnte, hatte aber innerlich noch immer Vorbehalte.

Schliesslich kam er auf den Kern der Sache und sagte, er brauche einen guten, unverschuldeten Bürgen für die Er fragte mich, ob ich für ihn bürgen würde, was ich schliesslich tat, wenn auch mit einem sehr mulmigen Gefühl im Bauch. Heute behauptet er, ich hätte ihm von selbst angeboten zu bürgen, um von ihm geheiratet zu werden.

Was für ein Unsinn, wenn er die Heirat von der Bürgschaft abhängig gemacht hätte, hätte ich sicher trotz meiner Verliebtheit umzudenken begonnen. Er behauptet zusätzlich, dass ich ihm angeboten habe, einen Teil aus meiner angeblich schon erhaltenen Erbschaft in sein Unternehmen zu investieren. Auch das stimmt nicht. Dabei könnte er ein ganz normaler gesunder und glücklicher Mann sein.

Doch er nimmt vieles, was Scientology ihm vorgibt, kritiklos hin. Denn Kritik ist bei Scientology absolut verboten und wird bereits im Keim erstickt. Gelingt das nicht, wird kritisches Verhalten rigoros bestraft. Doch woher hätte ich das damals wissen sollen? Selbst langjährige Scientologen wissen oft nichts von diesen Dingen. Sein Denken und seine Art, auf Dinge des Alltags zu reagieren, wurden - so stelle ich mir das vor - immer mehr zur Flucht in labyrinthartige Gedankengebäude, aus denen er nicht mehr heraus findet.

In manchen seltenen und für mich sehr glücklichen Momenten konnte ich spüren, welch kreativer und liebevoller Mensch sich unter diesem Panzer befindet, den ihm Scientology übergestülpt hat. Es waren die reinsten Horrorgeschichten, die ich zu hören bekam. Ich sah in diesen in diesen Geschichten entweder Unsinn oder bösen Klatsch. Er selbst sprach, wenn überhaupt, immer nur von seinen Ex-Freunden. Seine frühere Partnerin hatte mit ihm ebenso Schwierigkeiten bekommen wie seine Eltern, was ich damals natürlich weder wusste und noch geglaubt hätte.

Sie hat aber schon früh eingesehen, dass sie ihren Sohn an etwas verloren hat, was ihr fremd und unverständlich ist. Manchmal bäumte sie sich kurz dagegen auf, das waren die Momente, in denen wir uns gegenseitig Mut machten, ich war ja nicht so schnell zum aufgeben bereit. Die beiden fuhren täglich die selbe Strecke mit dem Zug. Das ganze Piestingtal wusste darüber Bescheid, erzählte meine Schwiegermutter.

Dynamik ist nach Hubbard die Partnerbeziehung. Man hat ihn dort gar nicht zu Kursen zugelassen, weil er angeblich einen Selbstmordversuch hinter sich hatte. Davon ist mir nichts bekannt, es kann allerdings sein, dass er nach scientologischer Logik diesen Selbstmordversuch in einem früheren Leben unternommen haben soll.

Ausserdem hätte er schuldenfrei sein müssen, um in der Sea-Org. Karin hatte es nicht mehr ausgehalten, dass er soviel Geld für Scientology ausgab, sich nicht für ihre erste Schwangerschaft interessiert hatte und sie mit einer Abtreibung allein liess. Später bekam Karin einen Sohn, für den er Geld und Interesse nur sehr spärlich aufbrachte. Ich wollte anfangs gar nicht zuhören, denn das konnte nicht mein Mann sein, von dem mir da berichtet wurde.

Damals sagte ich noch, dass er ein ganz toller, wirklich sympathischer Typ sei. Er meinte dazu nur, ich solle aufpassen und mein Bild von Z. Sie waren erstaunt, als ich verneinte und meinerseits fragte, wie sie denn auf diese Idee kämen? Weil wir so schnell geheiratet hätten, sagten sie, und weil seine frühere Beziehung mit einer Nichtscientologin wegen Scientology in die Brüche gegangen sei. Da lag der Schluss nahe, er hätte sich diesmal eine Scientologin als Partnerin erwählt.

Tatsächlich hatten Margit und Siggy, aber auch andere meiner scientologischen Bekannten schon oft versucht, mich zu einem Beitritt zu überreden. Aber ich wollte keine Scientologin werden. Unsere Freunde liessen sich mit dieser Antwort beruhen, doch warnten sich mich, dass die Scientologen mit ihrer Werbung nicht aufhören würden.

Karin hat mir erzählt, dass Z. Einen solchen Scheidungsbefehl auf Z. Ich habe dieses Schriftstück gut aufgehoben. Als ich all das wusste, wollte ich meine ganze Kraft und Liebe dazu verwenden, meinen Mann von Scientology weg zu bringen. Diese Diskussionen, die immer häufiger im Streit endeten, hatten ein zentrales Thema: Das Geld, das überall fehlte, weil er es zu Scientology trug. Ich sagte ihm, dass er dieses Geld sinnvollerweise für seinen Sohn sparen könnte.

Seine häufigen Fahrten nach Wien waren ein weiterer immer wieder kehrender Streitpunkt. Den Fahrten ging ein Ritual voraus: Er kam von der Arbeit heim, legte sich auf das Sofa und schlief an die zwei Stunden, danach ass er und machte sich stadtfein. Ich schenkte ihm Bücher zum Geburtstag und zu Weihnachten, um ihn zu anderer als scientologischer Lektüre zu bringen.

Ein Buch las er wenigstens zu einem Drittel, bevor er es hinwarf. Es war das erste Erfolgsbuch von Bill Gates. Nur in einem langen Gespräch mit seiner Mutter, die dabei genauso weinte wie ich, liess er sich überzeugen, diese Ehe nicht so schnell aufzugeben. Es kann sein, dass ein anderer Familienfaktor die Szene mit beeinflusst.

Das kann in Gestalt eines Verwandten sein, zum Beispiel der Schwiegermutter. Wie löst man diesen Faktor, ohne eine Gewehr zu benutzen? Dies ist wiederum einfach. Bei Schwierigkeiten in der Familie ist die Schwiegermutter verantwortlich dafür, dass die Kommunikationslinien abgeschnitten oder Kommunikationen umgeleitet werden.

Er wurde damit zu meinem grössten Widersacher, obwohl er sich am Anfang unserer Ehe sehr für mich einsetze - aber nur bis zu dem Zeitpunkt, als ich ihm klar wurde, dass ich keine Scientologin werden wollte. Letztendlich ist es ihm und seinem Vater, der natürlich auch Scientologe ist, gelungen, unsere Ehe auseinanderzubringen. Dafür habe ich schriftliche Beweise! Ich solle mich nur ja nicht mit ihr abgeben, denn die Geschichten, die sie mir erzählen würde, seien alle erlogen.

Und das arme Kind, das bei einer solchen Mutter aufwachsen müsse Damit meinte er, der Bub solle scientologisch erzogen werden, so wie seine drei Söhne. Dabei handelt es sich um einen Kindergarten und eine Privatschule ohne Öffentlichkeitsrecht. Die Unterrichtsmethoden sind natürlich streng nach scientologischen Vorstellungen ausgerichtet. Pro Kind und Monat kostete diese Art von Unterbringung 6.

Trotzdem klagte Direktorin Margit S. Sie ist die damalige Ehefrau von Fritz S. Wie hier, konnte ich noch oft sehen, dass ganze Familien bei Scientology sind, im Fall von Z. Ich meinte bei diesem Telefongespräch mit Z. Immerhin dauert eine Fahrt mit dem Auto eine dreiviertel Stunde - und das ohne einen der häufigen Staus auf der Südautobahn. Da ich zu dem Zeitpunkt noch der Meinung war, Z. Erst einige Zeit später erfuhr ich, dass die für mich lange Zeit unglaublichen Geschichten wahr sind.

Stück für Stück musste ich herausfinden, dass mein Mann nicht bei einer um Anerkennung ringenden Religion gelandet war, sondern bei einer total ausbeuterischen und kontrollierenden Organisation.

Diese Organisation richtet alles, was an menschlichen Werten vorhanden ist, zu Grunde, sei es nun die Familie, der Ehepartner oder sogar die Beziehung zu den eigenen Kindern, aber nicht genug damit: Diese Organisation bemächtigt sich mit Krakenarmen des gesamten Vermögens ihrer Mitglieder.

Damals wusste ich noch nicht, dass er nur genau so handelte wie viele andere auch. Ich wusste auch nicht, dass meine Beziehung zu ihm genauso verlief wie die vieler anderer Frauen mit einem Scientologen als Partner. Die Reaktion seiner Familie auf seine Persönlichkeitsveränderung und die immer bedenklich werdende finanzielle Situation war Sorge und Entsetzen.

Als ich ihn einmal fragte, warum er zu Scientology gegangen sei, antwortete er, er sei auf der Suche nach der Wahrheit über alles was uns Menschen betrifft. Sein Vater habe ihm von der Evolution erzählt, dass wir Menschen aus einer Art Schlamm entstanden sind.

Diese Erklärung habe ihm nicht genügt, er hätte viel mehr wissen wollen, deshalb sei er zu Scientology gegangen. Ich musste ihn immer wieder daran erinnern, den Kontakt zu seinen Eltern aufrecht zu erhalten, und ihn auffordern, sie doch sie ab und zu zu besuchen. Seine Mutter fuhr nach einem Krankenhausaufenthalt für vier Wochen auf Kur. Wir nahmen uns vor, sie an einem Samstag zu besuchen. Deshalb mussten wir nach nur einer Stunde Besuch wieder Abschied nehmen.

Ich war sehr betroffen davon, dass er sich ganz einfach keine Zeit mehr für seine Mutter nehmen will. Am Abend zog er seine schönsten Sachen an, fuhr nach Wien und liess mich ganz einfach in Piesting sitzen. Der Vertrauensbruch zwischen seiner Familie und den einstigen Freunden war ein endgültiger.

Studieren Sie die Eigentümlichkeiten der Leute um Sie herum, und fragen Sie sich, wie die Leute aussehen würden, wenn ihre kleinen Eigentümlichkeiten um ein Hundertfaches vergrössert wären.

Sie mögen feststellen, dass sie durch das Listen sämtlicher beobachtbaren Eigentümlichkeiten eine vollständige Liste sämtlicher Geisteskrankheiten der Welt hätten. Seine - früheren - eigenen Interessen traten immer mehr in den Hintergrund, es war für ihn nicht wichtig, eine Frau zu haben, die ihn liebt. An vier von sieben Abenden in der Woche war er gewöhnlich in Wien bei Scientology. Ich bewunderte ihn für seine Konsequenz, die ich doch nicht verstand.

Doch langsam fiel mir immer mehr seiner Eigenarten auf, die ich lange nicht mit Scientology in Verbindung bringen konnte: Er erwähnte kaum je die Zeit vor Scientology - und wenn, dann nur negativ; bezeichnete sich selbst als Student, obwohl er einen Handwerksbetrieb hatte; Menschlichkeit bezeichnet er als abstrakte Idee, legte kaum Wert auf seine Umgebung.

Vorher hatte ich aber, wie ich meinte, noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen, um die Wohnung gemütlich zu gestalten. Mein neues Heim war die kleinere Wohnung eines Zweifamilienhauses.

Auf ungefähr 75 Quadratmeter waren Wohnung und Büro untergebracht. Das Haus ist ca. Es ist allerdings schlecht isoliert und im Winter sehr kalt, so dass ich bei der Büroarbeit oft gefroren habe. Der gemeinsame Hauseingang mündet in ein Vorhaus, das in einem jämmerlichen Zustand war, als ich einzog.

Erst viel an Putzarbeit brachte es auf Glanz. Wie viele Franchise-Nehmer vgl S. Kamen Kunden, so sassen sie immer in unserer Küche.

Auch die Arbeiter kamen in der Früh in die Wohnung und bekamen von mir Kaffee, bevor sie an die Arbeit gingen. Manchmal gab es Kuchen oder einer der Arbeiter brachte Semmeln mit, wenn er gut gelaunt war. Vieles an dem, was ich nach und nach über Scientology erfuhr, kam mir vor wie ein schlechter Science-Fiction-Film. Er wohnt im gleichen Ort, daher wunderte ich mich anfangs, warum er nicht öfter kommen konnte. Ich mochte Florian sofort und auch die beiden Buben kamen gut miteinander aus, wenn sie gemeinsam zu Besuch waren.

Florian hatte den ganzen Tag Husten, der sich gegen Abend verschlimmerte. Er kam schliesslich zu mir in die Küche und sagte: Ich hatte einen homöopathischen Hustensaft zu Hause für die Kinder, so sorgte ich für Grippezeiten vor.

Er warf mir vor, seinem Sohn Drogen zu verabreichen. Ich entgegnete ihm, dass ich Krankenschwester sei und mir daher völlig bewusst, welche Medikamente ich Kindern geben könne. Ausserdem sei der Hustensaft ein homöopathisches Produkt; etwas anderes würde ich niemals einem Kind ohne vorheriger Absprache mit dessen Mutter oder mit einem Arzt geben. Ich sagte ihm auch, dass ich seiner Familie diesen Hustensaft gegeben hatte. Wir stritten danach rund drei Stunden lang vor den Kindern.

Er warf mir vor, seine ganze Familie zu Drogenabhängigen zu machen. Ich konnte nur den Kopf schütteln, damals verstand ich noch nicht, woher seine Argumente und seine Reaktion kamen. Im Rahmen meiner Ausbildung zur Krankenschwester hatte ich über die Gefahren von Vitaminüberdosierung gelernt, und so versuchte ich, meinen Mann davon abzuhalten, seine Gesundheit zu schädigen, seine Nieren und seine Leber kaputtzumachen. Damals wusste ich noch nicht, dass das keinen Sinn hat, einen Scientologen zum Arzt zu schicken, es sei denn zu einem scientologischen Arzt.

Einer davon war Thomas K. Üblicherweise aber betrachten Scientologen Mediziner als Kriminelle. Er hatte die fixe Idee, ich wäre den medizinischen Lügnern hörig.

Und so hoffte ich, dass dieser ihn zur Vernunft bringen könnte. Das Ergebnis war gleich Null, er liess sich die Vitamine nach wie vor von einer burgenländischen Apotheke schicken. Der Apotheker ist Alfred S. Er kaufte auch Supradyn in der Piestinger Apotheke. Der Beipacktext empfahl eine Tablette täglich, doch schluckte er oft zwei oder drei Tabletten pro Tag. Ich hatte frisches Gemüse im Garten, versuchte, ihn mit vitaminreicher Kost von den synthetischen Vitaminen wegzubringen, es half nichts.

Der Körper muss, um zu existieren, aus etwas nichts machen. Es mag für das Leben notwendig sein zu essen oder nicht, vielleicht ist es nicht einmal für den Körper notwendig zu essen.

In der Para-Scientology gibt es einen Nachweis, dass der Magen einst genügend Lebensenergie produziert hat, um den Körper ohne irgendwelche weitere 'Nahrung' zu bewegen.

Es war Granderwasser, das angeblich besonders belebende Wirkung habe und nach seinem Entdecker oder Erfinder, Johann Grander, benannt sei. Das sei besonders gesund, sagte er, er brauche das Wasser jetzt für seinen Körper, denn es habe eine besondere Energie. Er sparte mit diesem Wasser sehr, träufelte immer nur ein paar Tropfen in den Kaffee oder ins Müsli, so kam er mit dieser Flasche ungefähr zwei Monate aus.

Dann vergass er, sich neues zu besorgen - und das Thema Granderwasser war Vergangenheit. Wo er mir nie etwas glaube wollte, so glaubte er anderen Leuten die merkwürdigsten Dinge. Eine andere Situation, bei der ich mir sein Verhalten nicht erklären konnte, war die folgende: Mein Sohn hatte sich einmal an einem Bücherbord den Kopf angestossen und kam danach jammernd zu uns.

Ich konnte es ihm nicht erklären. In seiner Situation sei es unangebracht, weitere Kinder zu haben, sagte er. Er schränkte dies dann ein und sagte, er wolle in ein paar Jahren vielleicht noch einmal darüber nachdenken und dann könne ich ja wieder mit ihm reden.

Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass ich bereits 38 sei, zwar völlig gesund aber mir mit dem Kinderkriegen doch nicht mehr allzuviel Zeit lassen sollte. Darauf reagierte er nicht und lehnte es von diesem Zeitpunkt an kategorisch ab, mit mir über dieses Thema noch einmal zu sprechen. Über diese Kränkung bin ich bis heute nicht hinweggekommen. Ich weinte damals sehr oft. Ausserdem passe so eine Beratung nicht in sein Programm, denn dadurch würde sein bereits erworbenes Wissen verfälscht.

Dazu kamen dann immer wieder die Vorwürfe, dass ich ja das schon bezahlte Eheauditing bei Scientology nicht machen wollte, deshalb sei ich schuld daran, wenn unsere Ehe nicht mehr funktioniere. Das waren nicht die einzigen Schuldzuweisungen an mich. Zum Schluss blieben ihm nur noch wenige Phrasen im Gespräch mit mir. Nur noch selten war er ein paar Augenblicke lang freundlich oder sogar hilfsbereit und liess mit sich reden. Zärtlichkeit gab es zwischen uns so gut wie keine mehr - und das lag nicht an mir.

Um jede Zuwendung musste ich kämpfen, von ihm kam längst nichts mehr, so dass ich mich schliesslich in meinem Frausein zutiefst verletzt fühlte. Sonntags mit der Begründung, er störe ihn beim Klettern. Mit einem seiner Scientology-Freunde ging er sehr häufig auf verschiedene Berge klettern. Er trug den Ehering aber auch zu anderen Gelegenheiten nicht. Das kränkte mich, doch er ignorierte meine Gefühle. Befreundete Ehepaare, die auch Scientologen waren, trugen ihre Eheringe sehr wohl.

Er verlegte seinen immer wieder, und machte sich über mich und meinen Kummer oft lustig. Im September legte ich ein Sparbuch für seinen Sohn Florian an. Ich war in der Postsparkasse in Wien, wo ich schon vor längerer Zeit ein Sparbuch für Tobias eröffnet hatte. Ich freute mich darüber, dass ich so etwas sparen konnte für Tobias, der es sicher einmal gut gebrauchen kann.

Die Einzahlungen auf die Sparbücher meines Sohnes kommen von meinem, sowie von dem Konto meiner Mutter. Er wurde jedoch wieder einmal zornig. Als ich dann noch sagte, dass das Sparbuch ein Losungswort habe, begann er sofort mit mir zu streiten. Er beschuldigte mich, ich hätte das getan, weil ich glaubte, die Scientologen würden sonst alles Geld abheben. Aus den einfachsten Dingen, ohne Hintergedanken, entstanden bei uns immer wieder grosse, unsinnige, blöde Streitereien.

Sie war damit einverstanden. Ich erzählte der Familie von dem Sparbuchstreit und niemand konnte verstehen, dass man wegen so etwas so wild streiten kann. Ich erklärte mir den Streit so: Ich meinte damals nur, er könne das viele Geld anstatt es zu Scientology zu tragen, doch viel besser für seinen Sohn anlegen, zumal Karin nicht viel Geld hätte, und für den Kleinen doch einmal etwas da sein sollte für die Zukunft.

Ich warf ihm damals sogar Diebstahl am eigenen Sohn vor, was vielleicht zu heftig formuliert war. Es sei also unnötig, für ihn Sparbücher anzulegen. Es hat vielleicht ein besseres Verständnis von unmittelbar bevorstehenden Situationen als Sie.

Karin erzählte er, er hätte für Florian das Sparbuch angelegt. Ich schickte ihr danach eine Kopie des Antragsformulars mit meiner Unterschrift. Ich konnte nie verstehen, dass er soviel Geld an diese Sekte bezahlt hat, wo er doch jedesmal Schulden dafür machen musste. Sie hat ihre Eigentumswohnung für den Kredit belastet und sich nicht einmal das Wohnrecht im Kreditvertrag gesichert.

Die Firmenautos sind geleast, die Büromöbel aus den frühen 70er Jahren bekam er geschenkt. Ausrüstung oder Werkzeug können diesen Betrag auch nicht rechtfertigen, nicht einmal annähernd. Also wohin ist das viele Geld aus den vielen Krediten verschwunden? Sicherlich hatte die Firma auch Aufwendungen, die finanziert werden mussten, aber den Rest seiner Kreditschulden kann oder will er nicht erklären.

Ich habe allerdings einmal an Hand der mir vorliegenden Belege eine Summe von rund zwei Millionen Schilling Somit war es mir schon als seine Ehefrau nicht möglich, seine finanzielle Lage zu kennen. Seine Methoden im Umgang mit der Konkurrenz sind alles andere als fair. Er fiel mir durch sein flegelhaftes, beleidigendes Benehmen auf, das er selbst ganz natürlich gut findet.

Ich machte meinen Mann einmal darauf aufmerksam, dass er schon wie das Abziehbild Z. Er reagierte sehr unwillig und wies meine Bedenken zurück.

Die kämen überhaupt nur daher, weil ich einen Freund eben nicht leiden könne. Auch in den Geschäftspraktiken ahmte er Z. Ich stimmte freudig zu, denn ich hatte damit Gelegenheit, meinem Mann zur Seite zu stehen. Meinen schon existierenden und bereits unterschriebenen Dienstvertrag mit dem Krankenhaus Baden löste ich sofort auf. Dort hätte ich im November als Operationsschwester meinen Dienst antreten sollen.

Bald war ich auf mich allein gestellt. Meine Aufgabe bestand nun darin, alle ankommenden Anrufe genau zu notieren und Auskunft über die Arbeiten und Möglichkeiten der Remaill-Technik zu geben, die tägliche Post zu bearbeiten, Kontoauszüge zu öffnen, die Ausgaben und die Einkünfte in Buchhaltungslisten im Computer einzutragen, durchgeführte Arbeiten zu verrechnen und die Kassa zu führen, die so aufbereiteten Belege nach Datum sortiert in Ordner abzulegen und für den Steuerberater aufzubereiten, der an Hand der abgelieferten Belege Saldenlisten und Bilanzen erstellte.

Am Monatsende musste ich die Produktion unserer zwei Arbeiter durchrechnen und die errechneten Daten dem Steuerberater zur Lohnverrechnung per Fax übermitteln.

Dieser errechnete aus Provision und Produktion den Monatslohn, den ich dann auszahlen musste, was oft nicht leicht war, da selten genug Geld auf den Firmenkonten lag. Eine wichtige Aufgabe war die Verfassung von Werbebriefen, teils nach vorhandenen Musterbriefen, teils nach eigenen Ideen.

Ich gab mir besondere Mühe mit den Briefen, da ich ja wollte, dass sich die Menschen für die Arbeit meines Mannes interessieren. Zudem übernahm ich die gewaltige Aufgabe, das Verzeichnis der Kundenadressen von auf nahezu zu erweitern. Diese Arbeit erstreckte sich auf einen längeren Zeitraum, weil ich meistens erst am Abend nach der aktuellen Geschäftsarbeit Zeit dafür fand. Auf der Suche nach potentiellen Kunden telefonierte ich mit nahezu allen regionalen Fremdenverkehrsbüros in den Bundesländern Steiermark, Kärnten Oberösterreich, Teilen von Niederösterreich und dem Burgenland.

Ebenso kontaktierte ich öffentliche Stellen, hauptsächlich die Landesregierungen, um an Adressen von Krankenhäusern, Pflegeheimen, Seniorenheimen, Kinder- und Erholungsheimen in den jeweiligen Bundesländern heranzukommen.

Ich liess mir die entsprechenden Unterlagen schicken und konnte nun erst mit der eigentlichen Arbeit, der Aufnahme der neuen Adressen potentieller Kunden beginnen. In dieser Zeit arbeitete ich etwa drei- bis viermal pro Woche bis 23 oder sogar 24 Uhr. Ich erstellte eine neue, aktuelle Unterlagenmappe für das kleine Unternehmen meines Mannes.

Auf Anfrage konnte ich dann den Kunden Unterlagen zusenden. Diese Mappen habe ich am Abend im Wohnzimmer sortiert und dann in schöne blaue Klarsichtmappen eingeheftet.

Dazu entwarf ich in Eigenregie ein neues Logo für das Deckblatt am Computer. Das war die einzige Arbeit, die nicht von Z. Ansonsten hatte ich keine Chance, einmal kreativ etwas Nichtscientologisches in das Firmengeschehen einzubringen. Diese hatten links auf dem Schreibtisch zu stehen, ob das nun praktisch war oder nicht. Eine andere meiner Tätigkeiten war die Werbung, hauptsächlich musste ich unsere Inserate in regionalen Zeitungen unterbringen.

Später einigte man sich darauf, mit Z. Diese statistische Arbeit zählte bis zu Beginn des Jahres zu meinen Tätigkeiten. Jeden Montagvormittag musste ich die Wochenstatistik an die Firma Z. Damals übergab ich ihm den älteren der beiden Firmencomputer. Er führte die Statistiken nicht so genau wie ich. Im privaten Bereich war er ebenso unordentlich.

Sachen, die er irgendwohin legte, fand er nicht mehr. Den Schlüssel zu seinem Auto suchten wir pro Woche sicher zwei- bis dreimal im ganzen Haus. Dazu arbeitete ich oft am Wochenende im Büro, um Massenwerbebriefe zu drucken, wofür während der Arbeitswoche der Firmencomputer blockiert gewesen wäre. Manchmal besorgte diese Dinge auch mein Mann, wenn er einmal Zeit hatte. Aber meistens war es mein Job, in meiner Freizeit diese Sachen und auch noch Material für die Werkstätte zu holen.

Ich schleppte dabei auch Dinge herum, die für eine Frau zu schwer sind, wie etwa die Liter-Kanister. Meiner bereits seit einigen Jahren angegriffenen Wirbelsäule tat diese Arbeit nicht besonders gut. Solche Ordnungsaktionen hatte ich immer mit anschliessenden Rückenschmerzen zu bezahlen. Der Trick besteht darin, damit fortzufahren, Ordnung zu schaffen; und bald ist die Unordnung verschwunden, und ordentliche Tätigkeit bleibt übrig.

Aber wenn Sie Unordnung hassen und Unordnung nur bekämpfen, sollten Sie niemals versuchen, Ordnung in irgendetwas hineinzubringen; denn die Unordnung, die dabei entsteht, wird Sie halb verrückt machen. Nur wenn Sie imstande sind, Unordnung nicht zu beachten, und wenn Sie dieses Prinzip verstehen können, können Sie eine funktionierende Welt haben. Er bedankte sich kein einziges Mal dafür. Ich tat alles nur Erdenkliche, um ihm zu helfen und ich tat es, weil ich ihn sehr liebte.

Nebenher führte ich unseren wochentags bescheidenen Haushalt, während der Bürozeiten ging ich immer wieder in die Wohnung nebenan, um die Waschmaschine oder den Geschirrspüler einzuschalten.

An den meisten Abenden hatte ich eine kleine Mahlzeit vorbereitet und die Wohnung war stets aufgeräumt. Für Bügelarbeiten und grobe Putzarbeiten hatte ich eine Hilfe, Frau Rosa, die immer pünktlich und ordentlich war und mich somit wirklich entlastete. Am Wochenende machte ich Besorgungen für die Firma und natürlich auch den Einkauf für den Haushalt, nur Dinge des täglichen Lebens, denn wir hatten nicht viel Geld. Für die beiden Buben kochte ich immer gute Sachen, von denen ich wusste, dass sie sie gerne essen, danach gab es dann meistens noch einen Kuchen.

Ich wollte, dass die beiden gutes Essen bei uns hatten und die Wohnung sauber und behaglich war, wenn sie bei uns waren. Ich bestand auch darauf, dass die Buben bei uns Ordnung in ihren eigenen Dingen hielten. Ich musste sechs Wochen mit ihm streiten, bis er mit mir Küche, Vorraum und Büro neu anstrich. Es gehörte zu den Gepflogenheiten meines Mannes, Termine und Verabredungen mit mir hinter alles andere zu reihen und mich regelmässig zu versetzen, zu Gunsten anderer Leute oder zu Gunsten von Scientology.

Dieses Gefühl, für ihn an letzter Stelle zu kommen, das er mir immer wieder gab, war eine der vielen Demütigungen, die ich ertrug. Vielleicht hatte es etwas mit dem Wert zu tun, den Scientologen allen anderen Menschen beimessen. Ich war ihm nicht wichtig, obwohl ich ihm in meinem Leben alle Priorität einräumte und mich bemühte, immer dazusein, wenn er mich brauchte.

Manchmal fragte ich mich, ob er überhaupt wahrnahm, wie ich seine Umgebung, seine frühere Junggesellenwohnung, verändert hatte. Er sagte einmal, für seinen Erfolg in Scientology wäre er auch bereit, in einem Wohnwagen zu leben. Der Ehemann käme nach Hause, Sie würden das Abendessen servieren, und jeder wäre mit allem glücklich, und dann haben Sie geheiratet und möglicherweise entwickelte es sich nicht ganz so.

Machen wir einfach mit der Ehe Schluss? Oder zünden wir das Haus an? Oder werfen wir die Kinder in die Mülltonne? Zuvor hatten sie schon eine Woche lang mit der Verpackung im Weg gelegen. Er war erstaunt, dass ich diese Arbeit machte und half mir, als er mich beim Zusammenschrauben und Hämmern im Büro vorfand. Es war schon nach 20 Uhr und daheim wartete seine Frau mit einem Baby auf ihn. Er sagte danach nur, ich hätte die Regale nicht aufstellen müssen.

Ich antwortete ihm, dass mich die Ordner, die jetzt schon seit über einer Woche am Boden des Wohnzimmers standen, gestört hätten und es doch recht mühevoll wäre, alles, was ich im Büro brauche, erst lange zu suchen. Eine andere Arbeit im Haushalt, die er nicht machen wollte, war die Verlegung eines Laminatbodens, den wir sehr günstig zum Aktionspreis im August kauften.

Der Teppich im Büro war schon sehr schmutzig und abgetreten und keine Visitenkarte für eine erfolgreiche Firma. Immer wieder verschob er den Termin für das Bodenverlegen, und Handwerker konnten wir uns nicht leisten. Es ging nicht ohne viel Murren von seiner Seite.

Bis zu meinem Auszug am Für ihn war Aufräumen und Ordnung halten immer eine Belastung. Für den Chef eines kleinen Unternehmens wäre aber Ordnung sehr wichtig gewesen. Hubbard hat dem Schaffen von Ordnung in allen Lebensbereichen ein ganzes Kapitel gewidmet. Er wurde fuchsteufelswild, als ich ihn einmal fragte, ob er denn dieses Buch nicht längst auswendig hersagen könne. Ein grosses Thema war das Rauchen. Ich lebe sehr gesundheitsbewusst und achte daher auf das, was ich meinem Körper zuführe, seien es Lebensmittel oder Medikamente.

Lange Diskussionen begannen, bei denen ich darauf aufmerksam machte, dass die Kinder und ich nicht eingenebelt werden wollen von seinem Zigarettenrauch, weil das nicht gesund ist und dazu noch stinkt. Wenn unsere Arbeiter in der Werkstätte zu tun hatten, und den ganzen Tag im Betrieb anwesend waren, kochte ich auch für die beiden. Sie genossen es und fühlten sich gut bei uns aufgenommen. In der Früh gab es für die Arbeiter immer Kaffee in unserer Küche.

Ich bemühte mich um ein gutes Einvernehmen mit ihnen. Sie konnten immer zu mir kommen, wenn sie etwas brauchten. Was auch immer es war, ich hatte stets ein offenes Ohr für sie. Es gab keine Kündigungen mehr, auch keine kostenintensiven Endauszahlungen. Wir hatten ganz einfach ein Team, das funktionierte und auf das wir stolz sein konnten. Diese Gebühren betrugen zehn Prozent des Umsatzes unseres kleinen Unternehmens.

Wir flogen von Genf nach Los Angeles. Von dort starteten wir die Rundreise mit dem Auto durch Kalifornien und Nevada. Es hingen unendlich viele Zertifikate, Urkunden und Anerkennungsschreiben in protzigen Goldrahmen an den Wänden, ich schätze zwischen und Stück. Unsere Führerin war eine deutschsprachige Schweizerin, die sehr ehrfurchtsvoll von Ron erzählte.

Viel später erst hörte ich auch Kritik an Hubbard, las Bücher, die keinesfalls dieses grossartige Bild von ihm verbreiteten und erfuhr auch, dass Hubbard ungefähr Jahre hätte leben müssen, um all das zu schaffen, was Scientology ihm zuschreibt.

Eines von Iris' Beinen ist zirka drei Zentimeter kürzer als das andere, was ihr bei längeren Gehen und Stehen Beschwerden machte. Sie fiel manchmal ganz einfach hin, weil sie durch die Anstrengung, diesen Unterschied ausgleichen zu müssen, ermüdete und ihre Beine die Kraft verloren. Ich fragte Urs, ob er mit Iris schon einmal beim Orthopäden war, da Spezialschuhe diese Differenz ausgleichen könnten. Er wurde sehr zornig und sagte, natürlich liesse er sie nicht behandeln, denn die Ärzte seien alle Verbrecher.

Dann wechselte er übergangslos das Thema und kam auf Aids zu sprechen, eine Krankheit, über die er ganz genau Bescheid wisse: Woher sie komme und wie man sie besiegen könne, wisse er am Besten von allen Menschen auf der ganzen Welt. Ich sagte nichts mehr, denn wir waren zu viert in einem Auto unterwegs und der grösste Teil unserer Rundreise lag noch vor uns, wir waren gerade in Palm Springs eingetroffen.

Ausserdem kannte ich die merkwürdige Einstellung von Scientologen gegenüber der Medizin schon. Jemand braucht eine Stütze für sein Sehvermögen heller und klarer aussehen zu lassen. Die Unfähigkeit, sich schnell zu bewegen, [ Immer wieder passierte es, dass ich von Scientologen wegen meines Berufes und wegen meiner Zusammenarbeit mit Ärzten beschimpft wurde.

Ärzte und Krankenschwestern sind laut Scientology arrogant, Psychiater und Psychologen sogar kriminell. Ich habe im Rahmen einer Schwesternfortbildung über Aids und Aids-Patienten im Operationssaal einen ausführlichen Bericht geschrieben und auch vor den Krankenschwestern vorgetragen. Dazu musste ich mir Informationen aus der Forschung sowie Arbeitsberichte von Krankenstationen, auf denen Aids-Patienten lagen, besorgen. Ich hatte damals fast ein Jahr damit zugebracht, den Wissensstand über Aids für meine Kolleginnen zu erarbeiten.

Dabei hatte ich viele Male Gelegenheit, mit Aids-Kranken zu sprechen. Ich habe meinen Beruf aus sozialen und moralischen Gründen gewählt und war stets darauf bedacht, die Berufsethik und die Interessen der Kranken zu beachten. Noch immer bin ich gerne Krankenschwester und werde mich, solange ich arbeiten kann, für kranke und sozial schwache Menschen einsetzen.

Er verstand nie, was ich damit meinte. Er zeigte niemals auch nur so etwas ähnliches wie Mitgefühl. Ich tröstete mich immer damit, dass es eines Tages ganz sicher besser werden würde. Das Celebrity-Center in Hollywood hätte auch noch auf dem scientologischen Reiseprogramm gestanden, doch ich weigerte mich, es zu besuchen. Statt dessen besichtigten wir die Universal-Studios. Dort nahm ich das schönste Bad, das ich je hatte, im Ozean. Natürlich nicht in Beverly-Hills, dort sah ich die schönsten Häuser, die ich mir nur vorstellen konnte.

In San Francisco besichtigten wir alle erdenklichen Sehenswürdigkeiten, assen im Fischereizentrum am Hafen und spazierten an einem herrlich schönen Sonnenvormittag über die Golden Gate Bridge. Am letzten Tag besuchten wir die Gefängnisinsel Alcatraz. Ich wollte ganz einfach ein Kind in unserer Ehe. Doch er durfte ganz offensichtlich nicht noch ein Kind mit einer nichtscientologischen Frau haben.

Da zeigte sich wieder einmal die merkwürdige Einstellung von Scientology gegenüber Kindern. Mich kränkte es, dass er mit fremden Menschen so intime Details aus unserer Ehe besprach. Viel später erst kam ich darauf, dass er regelmässig Berichte an Scientology schrieb, in denen es um die intimstem Details unserer Beziehung ging. Im ersten Jahr unserer Ehe versorgte ich meinen Mann zum Geburtstag und zum ersten gemeinsamen Weihnachtsfest mit schöner, modisch eleganter aber auch etwas teurerer Bekleidung, damit er, bei Kundenbesuchen beispielsweise bei einem Hoteldirektor oder einem Kurverwalter, nicht so ungepflegt aussieht, wie es seine Gewohnheit war.

Er hat sich über diese Geschenke sehr gefreut und diese Garderobe gerne getragen. Sie kaufte mir manchmal auch etwas Schönes, wie beispielsweise eine Jacke von Chanel. Wahr ist, dass ich einige Designerkleidungsstücke besitze. Doch die hatte ich entweder schon vor unserer Heirat gekauft oder von meiner Mutter geschenkt bekommen.

Der grössere Teil meiner Garderobe ist normale Kaufhauskleidung. Vor und hinter dem Haus erstreckten sich insgesamt Quadratmeter Garten. Die Auffahrt war mehr als siebzig Meter lang, und die Kunden mussten dort durchgehen oder durchfahren.

Daher war es mir ein besonderes Anliegen, Brennesseln und Gestrüpp zu entfernen. Ausserdem liefen im Sommer unsere Kinder im Garten herum, dort, wo vor meiner Reinigungsaktion Glassplitter, rostige Nägel in morschen Brettern, Baugitter und Metallverschlüsse von Bierflaschen in rauhen Mengen herumlagen. Es war also auch in seinem Interesse, diese Missstände zu beheben und statt Brennesseln Ringelblumen und Rosen zu pflanzen. Da in Piesting eine verheerende Schneckenplage herrschte und die Nacktschnecken alles kahl zu fressen drohten, kaufte ich in meinem zweiten Ehejahr türkische Enten, die diese Schnecken mit Vergnügen frassen und uns so den Garten schneckenfrei hielten.

Die Enten hiessen Anthony und Daisy. Im letzten Jahr hatte ich auch eine Graugans, die mir zugeflogen war und sich bei uns im Garten sehr wohl fühlte. Er meinte, das sei vertane Zeit. Ich wiederum argumentierte, dass es ja auch für die Kunden schöner sei, wenn es rund um den Betrieb kultiviert aussähe. Doch der nunmehr sehr gepflegte Garten interessierte ihn nicht. Im Gegenteil, bei der Scheidung warf er mir vor, mich zuviel um die Gartenarbeit gekümmert zu haben.

Er warf mir in seiner Entgegnung auf meine Scheidungsklage auch vor, dass ich oft am Abend vor dem Fernseher sass. Ja, es stimmt, ich habe mir am Abend manchmal etwas im Fernsehen angeschaut, aber sein Konsum an noch dazu meistens brutalen Filmen war bedeutend grösser. Er hatte eine Vorliebe für Filme, in denen Menschen nur so dahingeschlachtet werden. Er liess sich von einem Elektriker aus dem Nachbarort eine Satelliten-Antenne montieren - und sass dann noch viel öfter als zuvor vor dem Fernseher.

Aus Platzmangel mussten die Buben, wenn sie bei uns übernachteten, im Wohnzimmer auf einer Couch schlafen. Er schaltete den Fernseher nicht einmal aus, wenn die Kinder schlafen gingen. Sagte ich dann, er solle die Flimmerkiste abstellen, war er meistens böse, weil er sich die brutalen Filme nicht zu Ende anschauen konnte. Ich machte ihn immer wieder darauf aufmerksam, doch nicht in Gegenwart der Kinder solche Filme laufen zu lassen, er könne doch etwas anderes auswählen und gemeinsam mit den Kindern anschauen.

Er meinte dann nur, diese Filme würden den Kindern auch gefallen. Aber er regte sich auf, wenn ich den Fernseher einschaltete, weil ich nach einem ganzen Tag Büroarbeit und Zahlen, kein Buch mehr lesen konnte und eine Unterhaltung mit ihm nicht möglich war, da sie ohnehin im Streit geendet hätte. Ich sah mir hauptsächlich ruhige oder romantische Filme an, aber auch Nachrichtensendungen und Dokumentationen, vor allem über medizinische Forschung.

Er beschuldigte mich, ich würde mich nur deshalb mit diesem Thema beschäftigen, weil ich mich dann noch mehr über seine Schulden freuen könnte. Ich sagte ihm, dass ich mir wie jeder andere auch Gedanken über die Währungsumstellung mache und dies absolut nichts Aussergewöhnliches sei und schon gar nichts mit seinen Schulden zu tun hätte.

Doch es war sinnlos, er wollte mir einfach nicht glauben. Mary Sue Hubbard kannte ich damals noch nicht. Sie war eine von L. Kochen, waschen, bügeln, einkaufen, Kinder erziehen und noch einiges mehr rund um den Haushalt. Aber auch schön sein für den Ehemann gehört dazu. Pflicht heisst, sich keinesfalls mit Gesichtsmaske oder Lockenwicklern vor dem Mann zu zeigen, sondern immer sauber und attraktiv zu sein.

Ich war also die ideale scientologische Ehefrau, obwohl ich diese Vorschriften nicht kannte. Mein Mann wusste das nie zu schätzen. Er kannte anscheinend seine Aufgaben nicht. Zu diesen hätte gehört, den Rasen zu mähen und kleinere Reparaturen durchzuführen, aber auch, mir gelegentlich Blumen und kleine Geschenke mitzubringen. Ende konnten nicht mehr alle Arbeiter der Firma bezahlt werden, daher wurde einem neuen Mitarbeiter wieder gekündigt.

Er hatte familiäre Probleme und war zuletzt sehr oft im Krankenstand. Ich schied ebenfalls offiziell aus der Remaill-Technik aus. Es war ein glückliches Zusammentreffen, dass ich gerade in dieser Situation das Angebot bekam, in einem Wiener Krankenhaus für zwanzig Stunden pro Woche im Operationssaal zu arbeiten.

Ich hatte dort bereits einige Aushilfsdienste gemacht und wollte gerne wieder in meinem Beruf arbeiten. Das Schwesternteam dort ist sehr gut, was ein zusätzlicher Ansporn für mich war. Ich war aber auf die 8.

Doch auf dem Konto war kein Geld. Wo war es geblieben? Als Bearbeiterin seiner Kontoauszüge musste ich ihn fragen, was mit diesem Geld finanziert wurde, wenn ich den entsprechenden Beleg nicht bekam. Er überraschte mich gewöhnlich damit, dass er vorgab, nicht mehr zu wissen, wofür er das Geld ausgeben hatte. Diese fehlenden Beträge kann ich nicht erklären, denn es gab auch keine Belege darüber. Wer mich kennt, weiss auch, dass ich allergrössten Wert auf Ordnung in allen Lebensbereichen lege.

Ich habe immer sehr sorgfältig gearbeitet, daher empfinde ich es als schwere Beleidigung, wenn mir Unordnung vorgeworfen wird. Hatte ich die Jahre zuvor immer wieder nachgesehen, was auf seinem Schreibtisch an wichtigen Rechnungen liegengeblieben war, so war es mir nun aufgrund meiner reduzierten Arbeitszeit für die Firma unmöglich, sein Durcheinander zu ordnen.

Es blieben daher immer wieder wichtige Dinge unerledigt. Beispielsweise lag eine Versicherungspolice für den Firmenwagen, mit dem unser Arbeiter fuhr, unerledigt auf dem Schreibtisch. Er stapelte alle ungeöffneten Kuverts, inklusive der eingeschriebenen Mahnungen für diese Versicherungssumme, irgendwo auf seinem Schreibtisch und kümmerte sich nicht darum. Ich hoffte, durch die Drohung, das Auto werde abgeholt, würde er zukünftig doch ordentlicher sein.

Aber ich hatte mich getäuscht - es ging so sorglos weiter wie bisher. Oktober stand der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Zuerst erschrak ich sehr, denn bis zu diesem Tag hatte ich mit Gerichtsvollziehern und Pfändungen nichts zu tun. Er sagte, er müsse 1. Ich könne den Betrag aber auch bar bezahlen. Als ich nachfragte, eröffnete er mir, mein Mann wurde bereits zwei Wochen zuvor per Gerichtsbrief verständigt und müsse daher ja wissen, wofür er bezahlen solle.

Ich habe nie eine Rechnung, eine Mahnung oder einen gerichtlichen Zahlungsbefehl für diese Summe gesehen. Eigenartigerweise ist die gelbe Zahlungsbestätigung, die mir der Gerichtsvollzieher gab, später ebenfalls verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Ich las den Fragebogen, auf dem ein Foto Albert Einsteins war, genau durch und fand die Fragen viel zu persönlich. Einige Fragen beschäftigten sich damit, wann und wie oft ich Muskelzuckungen hätte.

Sie reagierte enttäuscht, und mein Mann, der sich mit ihr unterhielt, war ziemlich böse. Ungefähr eine Woche später fragte mich Doris F.

Ich sagte, ich wolle keiner anderen Religion beitreten und ausserdem hätte ich nicht das nötige Geld dafür. Ich bin katholisch und will es auch bleiben, es ist einfach der richtige Glaube für mich. Dort hielt Franz W. Er beendete damals die Tätigkeit für das Charter Comittee, was er mir aber immer wieder bei Streitereien vorgeworfen hat. Er behauptet, ich habe ihm damals mit der Scheidung gedroht.

Doch war er es, der das Wort Scheidung immer wieder ins Gespräch brachte. Erst viel später erfuhr ich von einem seiner Scientology-Freunde, dass man mit seiner Arbeit nicht ganz zufrieden war und es allen nur recht war, dass er von selbst aufgehört hat. Ich habe es nur einmal gesehen, als wir Sessel und ein Fax-Gerät hinbrachten. Offensichtlich waren sie ihm in seiner Unordnung hinuntergefallen, ohne dass er es merkte. Silvia hob sie auf, und auch ich bückte mich, um ihr zu helfen.

Da sie neben dem Altpapierkübel lagen, konnte man auch meinen, sie wären beim Wegwerfen daneben gefallen. Seit damals wusste ich, dass Scientology nicht die Kirche ist, als die sie sich nach aussen gibt. Wie hilflos ich wirklich war, war mir zu dem damaligen Zeitpunkt nicht bewusst, wie aussichtslos alle meine Versuche und Aktivitäten von Anfang an waren, wird mir erst jetzt klar. Ich begann ihn zu verwöhnen, ihm zu Hause noch mehr Geborgenheit zu geben, ich versuchte, seine Nichtscientology-Freunde dafür zu gewinnen,.

Ebenso luden wir meine Schwester und ihren Mann, deren Kinder und meine Eltern ein, fuhren sie besuchen oder unternahmen etwas mit ihnen. Ausserdem habe ich sehr gerne Gäste und Freunde um mich; sie bereichern das Leben. Wir machten im Sommer Grillfeste, bei denen wir ab und zu auch Scientologen einladen mussten, sonst wäre meine Absicht zu stark aufgefallen. Grundsätzlich machte ich bei solchen Gelegenheiten auch keine Unterschiede zwischen Scientologen und Nichtscientologen, da auch die meisten von ihnen sehr liebe Freunde von mir geworden sind.

Mittlerweile sind sie es nicht mehr. Darüber habe ich mich kurz nach der Scheidung sehr gewundert. Ich musste damals auch damit rechnen, dass die Scientologen noch für geraume Zeit einen Teil unseres Umfeldes darstellen werden. Später erfuhr ich, dass ich genauso gehandelt hatte, wie Sektenberatungsstellen es in solchen Fällen empfehlen. Doch der Erfolg war nicht von Dauer. Wieder einmal hatten wir einen Streit, weil ihm die Scientologen wichtiger waren, als mir beim Einkaufen zu helfen.

Nach längerem Hin und Her liess er sich unter Gemurre dazu herab, mir doch zu helfen. Diesen Vorfall hielt er mir später immer wieder vor. Hauptsächlich riefen Frauen an, die sich nicht einmal vorstellten und mich noch dazu duzten, obwohl ich sie nicht kannte.

Es waren dreissig verschiedene Anruferinnen oder auch mehr, eines Tages habe ich aufgehört mitzuzählen. Ganz bestimmt war ich auch eifersüchtig. Eifersucht entsteht aufgrund einer Unsicherheit der eifersüchtigen Person; die Eifersucht mag begründet sein oder auch nicht. Diese Person hat Angst vor versteckten Kommunikationslinien und würde alles tun, in dem Versuch, sie aufzudecken. Das wirkt sich auf den anderen Partner so aus, dass er das Gefühl bekommt, seine Kommunikationslinien wären abgeschnitten, denn er fühlt sich berechtigt, offene Kommunikationslinien zu haben, während sein Ehepartner darauf besteht, dass er viele von ihnen schliesst.

In unserer ganzen gemeinsamen Zeit haben für mich nur zwei Männer angerufen, zwei Freunde aus alten Zeiten, die auch ihren Namen nannten. Nicht einmal am Nachmittag des Muttertages, als wir unsere Mütter auf meine Initiative hin zu Kaffee und Kuchen eingeladen hatten, war Ruhe. Es half alles nichts, es war ganz einfach keine Ruhe zu bekommen. Damals wusste ich natürlich noch nicht, dass ständiges Anrufen zu den üblichen scientologischen Praktiken gehört, wenn die Vermutung aufkommt, ein Mitglied könnte austreten wollen.

Die Kosten für die beiden anderen Arbeiter und für mein Gehalt betrugen mit dem Weihnachtsgeld im Dezember ungefähr Auch die Rentabilität der Firma sprach ich an. Meine allergrösste Freude wäre es, wenn er mit seiner Firma untergehen würde.

Ich war erstaunt, dass mein Mann, von mir, seiner Ehefrau, eine solche Meinung haben konnte. Ich versicherte ihm immer wieder, dass ich ihn liebe und es mir wirklich am Herzen läge, dass er endlich Schluss mit seinen unsinnigen Schulden und mit seiner Firma machen würde. Als ich nicht mehr weiter wusste, bat ich Silvia, die die finanzielle Situation der Firma ebenso gut kannte wie ich, mir doch zu helfen, ihn von einer vernünftigen Lösung zu überzeugen. Wir sprachen mit ihm fast vier Stunden lang, danach waren wir müde und hatten nichts erreicht.

Zu stark war der Einfluss von Z. Ich half ihm dabei, es war in der Weihnachtszeit Als Gegenleistung bot sie mir ihre Schlankheitsbandagen an. Ich war neugierig darauf und dachte, es könnte mir nicht schaden, ein paar Kilo abzunehmen, obwohl meine Bekannten immer sagen, ich hätte eine gute Figur. Sie hat es dort bei Victoria Morton gelernt, die auch eine Scientologin ist und in Clearwater, Florida, am Hauptsitz von Scientology lebt.

Angeblich ist diese Methode schon vierzig Jahre alt und geht auf die alten Ägypter zurück. Fünf bis zehn Ganzkörperwickel sollen eine deutliche Reduktion des Umfangs bringen, das Gewicht müsse dabei nicht unbedingt weniger werden, erklärte Margit mir. Sie bandagierte mich meist persönlich, zwei oder dreimal wurde sie von ihrer Mitarbeiterin Johanna vertreten. Margit nutzte die Gelegenheit immer für ein Gespräch über Scientology, gab nicht auf, mich bekehren zu wollen.

Eine Person, die durch Scientology-Prozessing die Gewissheit ihrer eigenen Identität als Wesen erreicht hat und getrennt von der Identität des Körpers ist.

Die Begriffe Clear, Clearing klären usw. Wenn einige Zahlen in der Maschine heruntergehalten werden, kommt man bei der Addition einer Reihe von Zahlen zu falschen Lösungen. Wenn die heruntergehaltenen Zahlen dann geklärt gelöscht, engl. Ziemlich straff, damit das Wasser aus dem Gewebe herausgepresst würde. Dazu benutzt sie elastische Binden, die in einem grossen Topf in Wasser eingelegt waren. Waren Kopf und Körper fertig gewickelt, bekam ich an Füssen und Händen Plastiksäcke übergestülpt, die mit Gummiringen befestigt wurden, in denen sich das Gewebswasser sammeln sollte.

Es sammelte sich auch immer wieder trübes Wasser, aber das war wohl aus den nassen Bandagen. Über den Oberkörper bekam ich einen gelben Poncho, wie die Kinder ihn bei Regen auf dem Schulweg tragen, und darüber noch einen warmen Schlafrock.

Dann musste ich eine Stunde im Studio bei Musik hüpfen und tanzen. Danach wurde ich, ebenso wie vor dem Wickeln, an zehn Stellen von Oberschenkel bis Hals gemessen.

Die weggewickelten Zentimeter wurden zusammengezählt notiert. Ich hatte immer den Eindruck, dass Margit vor der Prozedur das Massband viel lockerer um mich legte, als danach. Zwei Tage nicht duschen, damit das Goldwasser in die Haut einwirken kann, lautete ihr abschliessender Auftrag. Ich hielt mich nie daran. Zu Hause duschte ich sofort.

Margit war wohl Master-Franchiser in Österreich, denn sie bot mir an, einen Teil von Wien zu übernehmen und dafür von ihr Lizenz und Know-how zu kaufen. Damit begann wieder einmal ein problematischer Abschnitt unserer Ehe und ich begriff allmählich, dass ich mich ins Lager der Feinde begeben müsse, um meinen Mann zu verstehen. Eine gute Freundin Margit M. Sie ist wirklich sehr nett, wie alle Scientologen, die ich kennenlernte, immer höflich und zuvorkommend, wenigstens am Anfang.

Sie hatte stets ein Lächeln im Gesicht. Stundenlang las ich mit ihr in den Büchern von Scientology. Ich musste dabei immer laut vorlesen wie in der Volksschule. Machte ich beim Lesen einmal einen Fehler, so musste ich den ganzen Satz wiederholen. Kam es vor, dass ich mich wegen meiner Müdigkeit - diese Sitzungen waren immer am Abend nach einem Tag voll Arbeit - öfter verlesen hatte, musste ich manchmal sogar den ganzen Absatz nochmals lesen.

Sinnvolle Erklärungen warum, gab man mir nicht, oder man versuchte mir einzureden, ich verlese mich nur dann, wenn ich ein Wort im Text nicht verstanden hätte. Auf immer wiederkehrendes Befragen, was ich denn gegen Scientology habe, antwortete ich stets mit zwei Standardsätzen: Erstens kostet es zuviel Geld.

Ich sprach - aus taktischen Gründen - nie aus, was mich am meisten störte, nämlich die Verhaltensänderung meines Mannes mitansehen zu müssen. Es gibt eine Grundregel: Die Person, die ausströmen möchte, muss ebenfalls einströmen - jemand, der einströmen möchte, muss ebenfalls ausströmen. Nahezu alle diese gutgemeinten und gut begonnen Gespräche endeten in stupiden Streitereien.

Es ging dabei immer wieder darum, wessen Wahrheit nun wahr ist: Meine Wahrheit ist mehr wahr als deine, es kann nicht sein, dass deine Wahrheit mehr wahr ist als meine. So aber kamen wir nicht weiter. Anfang hatten wir im Büro keinen Platz mehr für die Ordner des neuen Jahres, wir mussten also umorganisieren und entscheiden, welche Ordner wir im Keller unterbringen könnten. Update November Mayo wurde nachgetestet und sein Leish- Titer ist jetzt negativ. Über ein Monat lange hat er sich in einer Militärbasis versteckt, wo die Menschen versucht haben ihn einzufangen aber er war zu schlau — Sie haben es nicht geschafft.

Suer hatte nicht verstanden dass sie ihm nichts Böses wollten. Aber eines Tages fanden sie ihn mit einer gebrochenen Hüfte und da war er sehr froh als sie ihn dann gerettet haben, er war so erschöpft und hatte solche Schmerzen! Die liebevoll Versorgung im Spital und nach ein paar Monaten in der Stiftung kommt endlich sein wahres Gesicht hervor— schmusig, neugierig und liebevoll! Am schönsten sind direkte Schmuseattacken! An die Leine hat er sich problemlos gewöhnt und kommt klasse mit den Hundekumpels zurecht.

Nur wenn einer mal zu aufgeregt ist, das nervt ihn, da sag er dem Burschen mal wo der Hase hoppelt! Suer ist ein sehr anhänglicher souveräner Hund, der keinerlei Ängste Menschen gegenüber hat und der endlich ein eigenes Körbchen verdient…. Akros ist ein anhänglicher, verspielter Galgo, der keinerlei Traumata oder Narben hat. Im Umgang mit Menschen ist er anhänglich und lieb. Er geht auch problemlos an der Leine und ist mit anderen Hunden gut verträglich. Mit Katzen wurde er getestet: Das Tierheim erhielt einen Hinweis von Mitarbeitern des Wasserwerkes, dass Hunde auf einem Grundstück in sehr schlechter Haltung lebten.

Die Tierschützer fuhren dort hin und befreiten 5 Galgos. Die anderen haben bereits eigene Zuhause gefunden, aber leider wartet Viento immer noch, denn er ist ein sehr schüchterner Hund.

Man merkt ihm an, dass er gerne möchte, aber noch nicht über seine Vergangenheitsschatten springen kann. Wenn er sich unbeobachtet fühlt, dann schleicht er sich schon mal an und versucht mit der Nase an die Hosentaschen zu kommen in der Hoffnung auf ein Leckerchen, dreht man sich zu ihm um, dann zieht er sich schnell zurück.

Leider ist im Tierheim nicht genug Zeit um sich intensiver mit ihm zu beschäftigen. Numa liess sich von ihm nicht anfassen, haute immer wieder mal ab und kam wohl trächtig zurück. Ob es Welpen gab??? Mit Hilfe des Grundstückseigentümers gelang es den Tierschützern schliesslich Numa einzufangen.

Manu zu fangen war kein Problem und beide kamen zunächst ins Tierheim. Numa ist schüchtern, ein bisschen ängstlich, aber sehr lieb. Sie sucht immer Schutz und Nähe bei Manu.

Wenn es einem gelingt sich ihr zu nähern, dann hält sie still und lässt sich streicheln. Sie geht gut an der Leine. Wenn sie Aufmerksamkeit möchte, dann jault sie leise.

Sie springt freudig herum, wenn man sich mit Futter nähert, frisst aber nur, wenn man wieder weggeht. Damit Numa sich besser an Menschen gewöhnt, ist sie derzeit zusammen mit Manu in einer Pflegestelle untergebracht. Man sah sie immer zusammen mit anderen Galgos… sie war nie alleine…man konnte sie nicht einfangen.

Da ihre Gefährten langsam wegblieben hatte sie sich dem Dorf genähert und sich in einer Garage versteckt. Dort war es leicht sie einzufangen. Sie ist noch schüchtern aber liebt Autofahren und ist problemlos beim Tierarzt. Zamia ist sehr sozial und spielt gerne mit den anderen Hunden der Auffangstation. Cooper wurde von Leuten am Randes eines Ortes eingefangen und von ihnen beim örtlichen Tierarzt abgegeben. Der Arzt wandte sich dann an das Tierheim und bat um Aufnahme — was natürlich gemacht wurde.

Einen Katzentest hat es auch bereits gegeben, er schaut schon hin, aber eher einfach interessiert und nicht aggressiv. Mit hundeerfahrenen Katzen hätten wir da nicht so grosse Bedenken. Mit Menschen scheint er keine allzu schlechten Erfahrungen gemacht zu haben, da er keinerlei Wunden oder Narben hat und Menschen gegenüber sehr zutraulich ist. Peabody ist ein sehr lieber, verspielter Galgo, der gut mit anderen Hunden auskommt und auch gut an der Leine geht.

Idealerweise sollte Peabody in eine Familie mit zumindest einem anderen Hund kommen, da er nicht gerne alleine zuhause bleibt und Gesellschaft liebt. Simba wurde gemeinsam mit Coral gefunden, sie liefen an einer Strasse entlang, liessen sich aber schnell anlocken und einfangen.

Simba ist ein lieber und freundlicher junger Rüde. Er zeigt keine Ängste und ist Menschen gegenüber offen und anhänglich. Mit Artgenossen ist er gut verträglich, aber Katzen, da ist Vorsicht geboten. Er ist bereits kastriert und komplett geimpft. Der Mittelmeercheck wird gemacht sobald sich ein Pflegestelle bietet, damit die Infos dann auch ganz aktuell sind.

Buho stamm ursprünglich von einem Jäger, der ihn nicht mehr wollte und ihn in einem kleinen Tierheim bei Toledo abgegeben hat. Der Rüde war völlig abgemagert und eine Bündel Angst.

Da das kleine Tierheim ohnehin völlig überfüllt ist, haben sie sich an Asoka gewandt und um Hilfe gebeten. Er ist jetzt einige Wochen dort und wie man auf den Bildern sieht, hat er sich sehr gut herausgemacht, zugenommen und ist auch deutlich entspannter. Update September Buho hat sich gut entwickelt aber in seinem Fell sieht man noch genug Spuren seines Vorlebens. Katzentest bestanden Verhalten mit Kindern: Bartolo wurde von seinem Galguero in einem sehr schlechten Zustand in einer Auffangstation abgegeben, da er jedoch dort völlig in sich zusammenfiel, jegliches Futter verweigerte, holte GF ihn mit noch zwei Weiteren zu sich.

Bartolo war nur noch Haut und Knochen, die Augen voller Ängste. In winzigen Schritten findet der liebe Schatz nun wieder zurück ins Leben, und wenn er mal nicht frisst, wedelt er wie wild mit seinem Schwanz und beginnt zaghaft zu spielen und geniesst auch dann schon mal die Streicheleinheiten.

Derzeit lebt Bartolo mit anderen Galgos zusammen in einer privaten Auffangstation. Es wäre schön, wenn sich recht bald ein Türchen für ihn öffnen würde. Er ist auch in der Hundegruppe nicht mehr so unterwürfig, hat Vertrauen gewonnen und fordert zum spielen auf, dabei ist er richtig lustig. Die Pflegestelle sollte angsthundeerfahren sein, ihm Ruhe Sicherheit und Halt bieten und ein souveräner freundlicher Hundekumpel zum lernen und anlehnen wäre auch wichtig.

Update Juli Es hat lange gedauert, aber langsam fasst Bartolo Vertrauen zu den Menschen, und wenn er jemanden mag…folgt er ihm möchte gestreichelt werden, sowie zur Zeit dem Gärtner ; …den findet er toll: Linda wurde von einer Tierheimmitarbeiterin auf einem Industriegelände entdeckt.

Sie lag auf einem Rasenstück nahe der Strasse im strömenden Regen und schien verletzt zu sein. Die Tierschützerin hielt an und folgte der Hündin, die versuchte zu flüchten, und konnte sie in einer Gebäudeecke stellen. Dort liess Linda sich dann eine Leine anlegen und folgte der Frau tatsächlich ins Auto. Im Tierheim angekommen wurde die Wunde am Hals untersucht und genäht — weitere Verletzungen gab es zum Glück nicht.

Linda wird noch kastriert. Mit anderen Hunden kommt sie problemlos klar. Und den Katzentest hat sie auch bestanden.

Der Mittelmeercheck ist negativ. Er hat sich einen Monat um die Hunde zuhause gekümmert, bis ein Platz für beide im Tierheim frei war. Mistral hat aufgrund ihrer Farbe und ihres Aussehens einen sehr speziellen Look und wir vermuten, dass evtl.

Mit Menschen ist sie sehr freundlich. Sie hat keine Berührungsängste mit Fremden, sie kommt, lässt sich streicheln und bleibt auch in der Nähe, wenn man sich um andere Hunde kümmert. Sie wartet dann einfach ruhig ab. Mit anderen Hunden ist sie verträglich und auch gut leinenführig. Obwohl GUAPA einem Jäger gehörte und gechipt ist wollte er sie nicht zurück und jetzt ist sie in unserem spanischen Partnertierheim untergekommen.

Auch ihr Wesen ist wunderschön. Sie ist sehr lieb, verschmust, top fit, gelassen und liebt Menschen, Kinder, andere Hunde und sogar Katzen. GUAPA wird zeitnah kastriert man musste erst ihren Milchfluss stoppen , ist gechipt, geimpft und ihr Mittelmeertest ist negativ. Orus ist sehr sozial bei anderen Hunden und nie aufdringlich, er geht schön an der Leine und ist eher eine ruhige Seele.

Fakt ist, dass die Hunde absolut wild waren und rein gar nichts kannten. Kein Halsband, keine Leine und natürlich waren sie auch sehr menschenscheu. Die Mitarbeiter des Tierheims trainieren —so wie es ihre Zeit erlaubt- mit den Jungen und das Verhalten hat sich schon sehr gebessert. Aber natürlich müssen sie weiterhin noch vieles lernen und auch kennenlernen. Drei dieser Hunde haben bereits ihre Familie bzw.

Pflegestelle in Deutschland gefunden und nur Kooper ist noch übrig. Kooper ist ein Galgo-Mix — und anfangs war er sehr scheu und wich vor Menschen sofort zurück. Er kannte weder Halsband noch Leine und es war sehr viel geduldiges Training erforderlich. Mit Ruhe und Geduld ist es inzwischen gelungen, ihn aus seinem ursprünglichen Verhalten heraus zu holen. Er ist zwar nach wie vor vorsichtig und schüchtern im Umgang mit Menschen, aber er ist bereit Vertrauen zuzulassen.

Man muss mit ihm allerdings ruhig und sanft sein, dann kommt er um sich Leckerchen abzuholen, lässt sich auch streicheln und folgt einem. Auf Spaziergängen ist er nach wie vor sehr unsicher und mag auch keinen Zug auf der Leine. Er teilt seinen Zwinger mit 2 Rüden und einer Hündin, überhaupt hatte er mit anderen Hunden nie Probleme. Kooper sucht einen ruhigen Platz auf dem er sich weiter entwickeln kann und ein bereits vorhandener Hund würde ihm dabei sehr helfen.

Der bildschöne Manzano wurde am Estela gehörte einem Galguero. Sie hatte bei ihm sicher mehrere Würfe, aber nun mit 6 Jahren hat sie wohl ausgedient und er wollte sie loswerden. Der Tierarzt hat aber nicht mitgespielt und stattdessen das Tierheim verständigt.

Estela war völlig verschüchtert und verunsichert, die ersten Tage wollte sie keine Menschen in ihrer Nähe haben. Sehr langsam haben die Tierheimmitarbeiter sich um ihr Vertrauen bemüht.

Das war vor etwa 4 Wochen und inzwischen ist sie soweit, dass sie sich anfassen und streicheln lässt. Ihre grossen Augen zeigen aber immer noch an, dass sie nicht weiss was sie zu erwarten hat. Man vermutet, dass sie überwiegend in einem Verschlag gehalten wurde, denn wenn man sie aus dem Auslauf in den Zwinger zurückbringen will, dann sperrt sie sich und jammert. Vom Wesen her ist Estela eine ruhig und unauffällige Hündin, die sich eher mal zurückzieht wenn sie verunsichert ist.

Aber sie öffnet sich von Tag zu Tag mehr. Eine Bekannte von Yaiza hatte den Buben auf der Autobahn entdeckt,es war sehr gefährlich für ihn, er war total verängstigt. Sie musste nach Hause fahren Futter holen…dann jedoch war er erst einmal nicht mehr zu sehn. Er ist ein ganz lieber Schatz, mit den 5 Hunden auf der PS klappt es super, auch Menschen liebt er sehr und stubenrein ist Ronnie natürlich auch ; An den Katzen war er interessiert, er kennt Katzen wohl nicht. Bei Interesse kann der Katzentest wiederholt werden.

Er wird noch kastriert. Es würde ihm sehr helfen einen selbstsicheres Kumpel an seiner Seite zu haben….. Sein Mittelmeertest ist negativ. Pluto kann auch zu älteren Kindern ab 12 J. Auch hundeerfahre Katzen dürften kein Problem sein. Er ist zwar an ihnen interessiert aber eher spielerisch und neugierig.