FRAUEN & GESELLSCHAFT: Aufstand der Mädchenmörderinnen



Im Abspann steht, dass er Gerd Antes , der gestorben sei, gewidmet ist.

Konzernstruktur


Oder der Park Byparken in der Nähe des Kunstgewerbemuseums. Ihn ziert dieser hübsche schmiedeeiserne Musikpavillon. Edvard Grieg — lebte in dem Wohnhaus 22 Jahre. Wenn du das Museum besuchen möchtest, würde ich einen Busausflug der Touristinformation empfehlen. Die Busfahrt mit Eintritt kann auch vorab online gebucht werden. Der Kreuzfahrthafen Bergen wird von vielen Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Du kannst die Stadt auch ohne organisierten Busausflug besichtigen.

Sie fahren ab dem Kreuzfahrtterminal zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Er produziert mit seinem eigenen Plattenlabel Rocade Records selbst. Das Gute an einer Kreuzfahrt ist, dass du so viele verschiedene Städte und Reiseziel in einem Urlaub erleben kannst.

Bergen hat uns als Stadt sehr gut gefallen. Es ist mehr als nur einen Ausflug wert! Wir werden gerne für ein verlängertes Wochenende wiederkommen. Es gibt noch so viel zu sehen: Bergen war der letzte Hafen unserer Norwegenkreuzfahrt, von hier ging aus zurück nach Deutschland, ins schöne Kiel.

Wenn du noch einen Tag in Kiel verbringen möchtest, findest du Informationen zu Sehenswertem hier. Neetu kann nur Schatten erkennen; dem Geschehen auf dem alten Fernseher versucht sie dennoch zu folgen. An einem Abend, sie waren knapp ein Jahr verheiratet, versuchte Herr Mahor, heimlich Geld aus einer Schatulle zu klauen. Geeta packte ihn am Arm und versuchte ihn wegzuzerren. So habe es angefangen, sagt Geeta.

Mit einem Geräusch wie zerbrechende Zweige. Dass in Indien Ehefrauen von ihren Männern geschlagen werden, ist nichts Ungewöhnliches. Frauen gelten in dieser archaischen Welt als minderwertig. Ein Mann, der seine Gattin schlägt, fiel also nicht besonders auf. Doch Herr Mahor schlug nicht nur zu, er vergewaltigte und prügelte.

Im Laufe der Jahre wurde er immer brutaler. Erst benutzte er Stöcke, dann Gürtel, dann Stangen. Manchmal zerrte er Geeta an den Haaren aus der Hütte, sodass die Nachbarn alles mit ansehen konnten. Am nächsten Tag allerdings, wenn das Blut getrocknet und Herr Mahor wieder nüchtern war, bettelte er um Verzeihung. Geeta verstand schnell, dass sie zwei Männer hatte. Und einen, der sich entschuldigte.

Zur Polizei lief sie nie, weil sie Angst vor den Uniformen hatte und davor, dass man sie auch dort schlagen würde. So vergingen die Jahre. Geeta gebar drei Kinder, alles Mädchen. Herr Mahor war wütend wegen der Mädchen, er wollte einen Sohn. Du ruinierst mich, schrie er. Er habe sich immer weiter hineingesteigert, sagt Geeta. Bis zu diesem Juli im Jahr Dem Tag, der alles veränderte. Am Abend zuvor hatte es wieder Streit gegeben. Die älteste Tochter war bei den Eltern von Herrn Mahor.

Geeta war müde, weil sie den ganzen Tag in einer Fabrik Teppiche geknüpft hatte, Reihe um Reihe, bis ihre Fingerspitzen taub waren und die Knie schmerzten. Es war ein sehr warmer Abend, und Geeta hatte entschieden, dass sie unter freiem Himmel schlafen wollte. Sie legte sich auf einen Wagen vor dem Haus, Neetu und Krishna neben ihr. Die Nacht hing über ihnen wie eine warme Decke. Gegen ein Uhr, es war alles ganz still, taumelte Herr Mahor betrunken zwischen den Häusern entlang.

Geeta sagt heute, es sei gewesen, als hätte man sie gehäutet und über glühende Kohlen gewälzt, überall waren Schreie. Als sie wieder zu sich kam, ein paar Tage später, lag sie in einem Krankenhausbett, ihre beiden Töchter neben ihr, einbandagiert wie Mumien.

In den ersten Monaten schwankte Geeta zwischen Leben und Tod. Am schlimmsten war das Wechseln der Verbände. Immer wieder wurde sie dabei bewusstlos. Als sie nach ein paar Wochen wieder einmal aufwachte und neben sich griff, konnte sie dort nur Neetus warmen Arm spüren. Der Onkel schaute zu Boden. Sie habe es nicht geschafft, sagte er. Weil die Ärzte den kleinen, leblosen Körper auf den Boden gelegt hätten, sei er voller Ameisen gewesen. Er habe die Leiche deshalb in ein Handtuch eingewickelt und in den heiligen Fluss Ganges gelegt.

In Geeta zog sich alles zusammen. Lasst mich sterben, flehte sie. Bitte, bitte, lasst mich sterben. Verlassen konnten sie und Neetu das Krankenhaus erst 14 Monate später. Die Verwandten erzählten Geeta, dass Herr Mahor für eine kurze Zeit im Gefängnis gesessen hatte, aber schon bald für eine kleine Summe wieder freigekommen war. Danach sei er im Krankenhaus gewesen, um sich zu entschuldigen, doch man hätte ihn fortgejagt.

Geeta wohnte zu dieser Zeit bei ihrem Bruder, der für die Behandlungen, die Operationen und die Medikamente aufkam. Sie fühlte sich schuldig, weil der Bruder selbst kaum etwas hatte. Um Geld für einen Anwalt traute sie sich nicht zu bitten. Denn Geeta wusste, dass Strafrechtsprozesse teuer sind. Ein Verwandter hatte ihr erzählt, dass bei Fällen innerhalb von Familien eine Anzeige nicht reichte. Was würden die Leute sagen, wenn sie ihren eigenen Mann verklagte? Und was würde dann aus Neetu werden?

Geeta traute sich nicht, daran zu denken. Doch dann hatte ein Zufall die Sache ins Rollen gebracht. Knapp zwei Monate nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen worden war, hatte ein Taxifahrer Geeta auf dem Markt angesprochen. Mutter, was ist mit deinem Gesicht? Geeta erzählte dem Taxifahrer, was geschehen war, und sah, wie dem Mann Tränen über sein Gesicht liefen.

Der Taxifahrer überredete Geeta, mit ihm zu einem Anwalt zu fahren, der umsonst arbeitete. Ein paar Wochen später nahm die Polizei Herrn Mahor erneut fest. Geeta weinte, diesmal vor Erleichterung. In den nächsten Monaten allerdings wurde das Gerede im Viertel lauter.

Geeta konnte es hören, das Tuscheln war überall. Ein Unglück sei sie. Ein Monster, das den eigenen Mann verrate und nun auch noch das Leben des Bruders zerstören wolle. Nur wie ohne Geld? Geeta versuchte nicht hinzuhören, aber das schlechte Gewissen machte sie krank. Und irgendwann war dann diese Karte gekommen. In krakeligen Buchstaben stand dort, dass es ihm leidtue und dass er für alles bezahlen wolle, die Behandlungen, die Medikamente — sie müsse nur die Anzeige zurückziehen.

Tue sie es aber nicht, schrieb Herr Mahor, werde er alle umbringen. Dahinter hatte Herr Mahor drei Ausrufezeichen gemalt. Wer Geeta heute fragt, wie sie es über sich bringen konnte, die Anzeige zurückzuziehen, der glaubt, das erste Mal so etwas wie Hilflosigkeit in ihren Augen zu erkennen.

Am Anfang, als Herr Mahor zurückgekehrt war, dachte Geeta noch, dass sie ihm vielleicht verzeihen könnte — irgendwann. Nachts wurde ihr übel, wenn er sich über sie beugte. Nach einem Jahr wurde Geeta wieder schwanger, sie bekam noch ein Mädchen, Poonam, schön und heil war sie, doch mit ihr war es wieder losgegangen.

Der Alkohol und die Schläge. Geeta ist eine strenggläubige Hinduistin. Das Dasein auf Erden ist für sie nur eine mühsame Etappe in einem ewigen Kreislauf. Auf Gerechtigkeit hofft Geeta im nächsten Leben.

An einem hellen Morgen im Winter biegt Herr Mahor in einen Hauseingang ein, steigt eine schmale Treppe hinauf und betritt einen Raum, in dem sechs Männer im Kreis sitzen. Als sei er gar nicht da.

Obwohl Herr Mahor älter ist als viele der Männer, muss er in der Ecke auf einem harten Schemel Platz nehmen; über ihm hängt, mattgolden und glanzlos, die Trompete, die er meistens spielt. Herr Mahor, der Tagelöhner, der Unberührbare, der Alkoholiker, ist einiges gewöhnt an Erniedrigung, doch eine Sache macht ihn verrückt: Und das sind die Sticheleien der Männer.

Die anderen lachen nämlich über ihn. Sie machen Witze über den Mann, der es noch nicht einmal geschafft hat, seine eigene Familie umzubringen. Der Winzling mit der Trompete. Auch an diesem Tag. Dalit-Frauen handeln mit stinkendem Fisch oder schaufeln Kloaken frei, tiefer unten kann man nicht stehen in der indischen Gesellschaft. Höherkastige ekeln sich vor ihren Berührungen, ja sogar vor ihrem Schatten. In Banken bekamen Dalits früher nie Kredite, sie durften Banken früher nicht mal betreten.

Und nun kommen gutgekleidete Beamte in ihr Dorf, plaudern höflich und drücken ihnen Karten für Geldautomaten in die Hand und kleine blaue Sparbüchlein. Jetzt sitzen die Frauen wichtig in Ausschüssen, bekommen Kredite und kaufen damit eine Milchkuh oder einen kleinen Teeladen. Jetzt müssen sogar ihre eigenen Männer nett zu ihnen sein, wenn der Fang mal wieder mager ist und die Haushaltskasse klamm.

Nett zu sein fällt ihnen schwer. Es geht um Probleme, die Männer haben, wenn Frauen ihr Dorf umkrempeln: Am Ende liegt der Mann wimmernd am Boden, seine Frau triumphiert.

Nach dem Stück wollen die Fischerfrauen mit ihren Männern diskutieren. Sie sind laut und aufgekratzt, sie stemmen ihre Arme in die Hüften, reden über die Zukunft ihres Dorfs, die Fischfarm, die sie aufziehen wollen, einen neuen Tempel.

Schnaps und Poker könnt ihr vergessen, sagen sie, ihr müsst uns unterstützen. Die Männer rutschen auf ihren Plastikstühlen herum, hüsteln verlegen.

Dann fällt der Strom aus, stockdunkle Nacht. Und weil die Frauen immer weiterreden, erheben sich die Männer und beleuchten sie mit dem bläulichen Licht der Displays ihrer Handys. Es ist nicht mehr ihre Veranstaltung, sie sind jetzt Statisten.

Es ist nicht mehr so leicht, ein Mann zu sein in Indien. Wir trafen sie einige Monate, bevor sie ihr Amt niederlegte. Sie trägt einen braunen Kurta Pajama, das hochgeschlossene Hemd der Männer, das Haar kurz wie mit dem Scherapparat geschnitten. Kiran Bedi hat es bis an die Spitze geschafft.

Von den Massen wird sie verehrt wie eine Erlöserin in Uniform. Sie handeln von Ehrgeiz und Lust an der Macht. Die Konferenz beginnt pünktlich, Bedi hasst Unpünktlichkeit, sie muss entscheiden, welche Firma den Auftrag bekommt, schusssichere Westen für Indiens Polizisten zu produzieren, es geht um sehr viel Geld. Geschäftsmänner sind eingeflogen aus Mumbai und Bangalore, sie buhlen um Bedis Gunst, fordern Chancengleichheit, keiner dürfe benachteiligt werden.

Noch Fragen, ja oder nein? Kiran Bedi ging zur Polizei, als erste Frau in Indien. Auch sie hat eine Welt verändert. Über 35 Jahre sorgte sie für Aufsehen, trieb mit dem Schlagstock eine Demonstration militanter Sikhs auseinander, düste im offenen Geländewagen durch Delhis Verkehrschaos und erteilte Fahrstunden per Megafon. Wurde Direktorin von Tihar, einem der berüchtigtsten Gefängnisse der Welt.

Man wollte sie loswerden, dachte, sie würde zerbrechen an diesem Posten. Aus dem Knast machte sie nebenbei einen Ashram, eine Art Meditationszentrum, engagierte Gurus, Yoga-Meister, erlaubte den knapp Insassen Fernsehen, Radio und Kummerkästen, nur keine Kondome, die fand sie zu modern. Kiran Bedi wurde weltberühmt. Natürlich, Kiran Bedi war nie eine vergessene Tochter vom Land. Als eine Tante in den Hungerstreik trat, fügte er sich und nahm die Frau, die man für ihn vorgesehen hatte.

Als er vier Töchter gezeugt hatte, keinen Sohn, nahm er das als Wink des Schicksals. Er schickte sie auf beste Schulen und verordnete Leistungssport. Kiran war indische Tennis-Juniorenmeisterin, eine Schwester schaffte es bis Wimbledon. Den Traum ihres Vaters, ein freies, selbstbestimmtes Leben, erfüllten alle vier. In "What went wrong? Juanita kann nicht lesen, von Kiran Bedi hat sie nie gehört. Sie war eine Tempeltänzerin, und sie brauchte 15 Jahre, bis sie den Mut fand, Schluss zu machen mit Aberglaube und Prostitution.

Zuerst tanzte sie nur, vor dem Tempel auf Dorffesten, mit offenem Haar und Ketten aus klingenden Schellen. Als sie zwölf war und ihre Menstruation bekam, gehörte sie allen. Männer zerrten sie in ihre Häuser, vergewaltigten sie, fast jede Nacht.

Juanita ist heute 36, eine fröhliche Frau von fülliger Statur. Sie hilft jetzt aus in einer Schule im Bundesstaat Andhra Pradesh, wo Prostituierte Zuflucht finden und ihre Kinder schreiben und lesen lernen.

Wer hier nicht den Ausstieg schafft, landet in Mumbai, auf Hinterhofpritschen im Rotlichtviertel, und wartet auf Kunden und den Tod.

Juanita fährt mit dem Bus durch die Nacht, steigt aus an einem Reisfeld, dort lebt sie in einer Hütte mit ihrem Mann, einer Tochter und einem Sohn. Sie sagt, sie müsse sich nicht mehr verstecken, sie wolle jetzt etwas Besseres werden. Nach der Ermordung ihres Ehemannes wurde Sirimavo Bandaranaike bis an der Spitze der sozialistischen Friedenspartei Ceylons zur weltweit ersten Premierministerin gewählt. Die abgewählte Regentin wurde später wegen Machtmissbrauchs angeklagt.

Bandaranaikes Bevorzugung der Singhalesen beförderte den Bürgerkrieg mit den Tamilen. Sie kitzelten ihre Gegner buchstäblich in die Flucht - und gewannen den Volksentscheid von