Die Gefahren von Indiens “Grüner Revolution”



Das betrifft nicht allein die Besetzung von Positionen in der Programmierung; sondern auch in Funktionsbereichen wie Einkauf, HR und Unternehmensorganisation. Aus dem Niedergang der inneren Sicherheit und der schlechten Vernetzung von Zentrum und Provinzen resultierte eine politische Dezentralisierung , welche wiederum einherging mit ökonomischer Umorientierung. Dementsprechend war das Mogulreich auch stabiler.

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Juli mindestens Tote und über Verletzte. November kam es in der indischen Metropole Mumbai innerhalb kurzer Zeit zu 17 Explosionen, Angriffen mit Schnellfeuerwaffen und zu Geiselnahmen an zehn verschiedenen Stellen der Stadt durch eine Gruppe von etwa zehn Angreifern, die sich in mehrere Gruppen aufgeteilt hatten.

Nach Angaben der indischen Behörden hat es dabei mindestens Verletzte und Tote gegeben. Nach der Volkszählung beträgt die Einwohnerzahl Indiens 1. Die Bevölkerungsdichte beträgt Einwohner je Quadratkilometer Deutschland: Sie ballt sich vor allem in fruchtbaren Landstrichen wie der Gangesebene , Westbengalen und Kerala , während der Himalaya , die Berggegenden des Nordostens sowie trockenere Regionen in Rajasthan und auf dem Dekkan nur eine geringe Besiedlungsdichte aufweisen. So leben in Bihar durchschnittlich Menschen auf einem Quadratkilometer, während es in Arunachal Pradesh nur 17 sind.

Mai überschritt Indiens Bevölkerungszahl offiziell die Milliardengrenze. Der relative Zuwachs liegt jedoch nur wenig über dem Weltdurchschnitt. Schätzungen zufolge wird sich das Bevölkerungswachstum in Indien in den nächsten Jahrzehnten kaum abschwächen, und Indien wird die Volksrepublik China bis zum Jahre als bevölkerungsreichstes Land der Erde abgelöst haben.

Dies ist unter anderem auf eine Verbesserung der Gesundheitsfürsorge zurückzuführen. In der Mortalität hatte Indien bereits mit Deutschland gleichgezogen 10 pro , für wird sie auf 8,18 pro geschätzt. Die Geburtenziffer blieb allerdings hoch Das durchschnittliche Alter der indischen Bevölkerung lag bei 26,7 Jahren, während die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer 66,2 Jahre waren es nur 44 Jahre und für Frauen 69,1 Jahre waren es nur 46 Jahre betrug.

Ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Indien gehört auch zu den Ländern, in denen es deutlich mehr Männer gibt: Laut der Volkszählung kommen auf Männer Frauen. Zuwanderung aus ländlichen Gebieten trug zu einem Fünftel des Wachstums städtischer Bevölkerung bei.

Dennoch stellt die städtische Bevölkerung mit einem Anteil an der Gesamteinwohnerzahl von lediglich 31,2 Prozent Volkszählung eine Minderheit dar. Sie besitzen in der Regel die Staatsbürgerschaft des jeweiligen Landes. Überweisungen von Auslandsindern an ihre Angehörigen in Indien stellen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar.

Nachfolgend sind Einwohnerzahlen Indiens zwischen und aufgeführt. Die Zahlen für und sind Prognosen. Indien ist ein Vielvölkerstaat , dessen ethnische Vielfalt ohne weiteres mit der des gesamten europäischen Kontinents vergleichbar ist. Etwa 72 Prozent der Bevölkerung sind Indoarier. Die indische Verfassung erkennt mehr als Stämme als sogenannte Scheduled Tribes an. Des Weiteren leben etwa In Indien werden weit über verschiedene Sprachen gesprochen, die vier verschiedenen Sprachfamilien angehören.

Neben den beiden überregionalen Amtssprachen Hindi und Englisch erkennt die indische Verfassung die folgenden 21 Sprachen an: Die meisten dieser Sprachen dienen in den Bundesstaaten, in denen sie von einer Bevölkerungsmehrheit gesprochen werden, auch als Amtssprachen. Englisch ist Verwaltungs-, Unterrichts- und Wirtschaftssprache. Von den Verfassungssprachen gehören 15 der indoarischen , vier der dravidischen Telugu, Tamilisch, Kannada und Malayalam , zwei der tibetobirmanischen bzw.

In letzter Zeit gab es Versuche, den Gebrauch des Sanskrit wiederzubeleben. Sanskrit ist eine klassische, heute nicht mehr als Erst- oder Muttersprache verwendete Sprache, die in Indien einen ähnlichen Stellenwert besitzt wie das Lateinische in Europa.

Sie gehört ebenfalls zu den offiziell anerkannten Verfassungssprachen, wird aber nirgends als Amtssprache verwendet. In diesen Schulen ist der Sanskritunterricht für die fünften bis achten Schulklassen obligatorisch. Wenn sich Menschen unterschiedlicher Sprachgemeinschaften begegnen, sprechen sie im Norden entweder Hindi oder Englisch miteinander, im Süden eine der dravidischen Sprachen oder Englisch. Die meisten Sprachen weisen unterschiedliche Schriftsysteme auf.

Urdu wird in arabischer Schrift geschrieben, Kashmiri und Sindhi werden in arabischer Schrift oder auch in Devanagari geschrieben. Hinduismus , Buddhismus , Jainismus und Sikhismus. Der Islam kam infolge von Handel und Eroberungen durch das Mogulreich , das Christentum durch frühe Missionierungen im ersten Jahrhundert und dann durch den Kolonialismus , der Zoroastrismus Parsismus aufgrund von Einwanderungen ins Land.

Obwohl der Buddhismus über Jahrhunderte die bevorzugte Religion war, starb der Hinduismus nie aus und konnte seine Stellung als dominierende Religion langfristig behaupten. Die Religionen verteilen sich nach der Volkszählung wie folgt: Die Wurzeln des Hinduismus liegen im Veda wörtl.: Wissen , religiösen Texten, deren älteste Schicht auf etwa v.

Er verbindet viele Strömungen mit ähnlicher Glaubensgrundlage und Geschichte, die besonders bei den Lehren von Karma , dem Kreislauf der Wiedergeburten Samsara und dem Streben nach Erlösung übereinstimmen. Er kennt keinen einzelnen Religionsstifter, kein einheitliches Glaubensbekenntnis und keine religiöse Zentralbehörde. Die wichtigsten populären Richtungen sind der Shivaismus , der Vishnuismus und der Shaktismus.

Daneben ist die Indische Volksreligion regional und lokal weit verbreitet. Nicht selten werden lokale Gottheiten oder Stammesgottheiten einfach in das hinduistische Pantheon integriert — eine Herangehensweise, die historisch zur Ausbreitung des Hinduismus beigetragen hat. Ins Leben gerufen wurde diese Bewegung durch den Rechtsanwalt Bhimrao Ramji Ambedkar — , der selbst einer unberührbaren Kaste angehörte.

Die Parsen , die heute hauptsächlich in Mumbai leben, bilden eine kleine, überwiegend wohlhabende und einflussreiche Gemeinschaft etwa Nicht zuletzt auch durch ihr ausgeprägtes soziales Engagement spielen sie trotz geringer Bevölkerungsanzahl in der indischen Gesellschaft eine wichtige Rolle. Auch die Jainas sind oft wohlhabend, da sie aufgrund ihres Glaubens, der das Töten von Lebewesen verbietet, überwiegend Kaufleute und Händler sind.

Parsen und Jainas gehören meist der Mittel- und Oberschicht an. Darüber hinaus existieren kleinere Glaubensrichtungen innerhalb des Islam: Eher fundamentalistisch ist die Dar ul-Ulum in Deoband im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh, auf die sich unter anderem die afghanischen Taliban berufen, wenn auch in radikal verkürzter Interpretation.

Die Situation der Muslime in Indien ist schwierig. Sie sind ärmer und weniger gebildet als der Durchschnitt. In Politik und Staatsdienst sind sie unterrepräsentiert. Zu bemerken ist jedoch, dass der ehemalige Staatspräsident Indiens, A. Abdul Kalam , ein Muslim war. Die Anzahl der Muslime in Indien steigt schneller als die der restlichen Bevölkerung und bis könnte Indien über Millionen muslimische Einwohner haben.

Die Sikhs sind hauptsächlich im Nordwesten Indiens Punjab beheimatet. Ihre Stellung in der Gesellschaft ist geprägt durch den Erfolg vor allem im militärischen Bereich, aber auch im politischen Leben.

Der ehemalige indische Premierminister Manmohan Singh ist ein Sikh. Portugiesische Missionare führten im späten In jüngerer Zeit traten auch Angehörige unberührbarer Kasten sowie Adivasi zum Christentum über, um der Ungerechtigkeit des Kastensystems zu entkommen.

Als Indien seine Unabhängigkeit erlangte, lebten auch noch rund Heute wird die Zahl der in Indien verbliebenen Juden auf bis geschätzt, wovon die Mehrheit in Mumbai lebt. Der Laizismus , die Trennung von Staat und Religion , zählt zu den wesentlichsten Grundsätzen des indischen Staates und ist in seiner Verfassung verankert. Seit Jahrhunderten bestehen verschiedene Glaubensrichtungen zumeist friedlich nebeneinander.

Dennoch kommt es manchmal zu regional begrenzten, religiös motivierten Auseinandersetzungen. Unruhen zwischen Anhängern der beiden Glaubensrichtungen brechen in Indien in gewissen Zeitabständen immer wieder aus. Ein Konfliktpunkt ist nach wie vor Kaschmir , dessen überwiegend muslimische Bevölkerung teilweise gewalttätig für die Unabhängigkeit oder den Anschluss an Pakistan eintritt.

Geschürt werden sie seit den späten er Jahren durch den aufkeimenden Hindu-Nationalismus Hindutva und islamischen Fundamentalismus. Einer der Höhepunkte der Auseinandersetzungen war die Erstürmung und Zerstörung der Babri-Moschee in Ayodhya Uttar Pradesh durch extremistische Hindus im Dezember , da das islamische Gotteshaus einst an der Stelle eines bedeutenden Hindu-Tempels errichtet worden war, der den Geburtsort Ramas markieren sollte.

Die letzten Unruhen traten in Gujarat auf, als 59 Hindu-Aktivisten kar sevaks in einem Zug verbrannt wurden. Infolge der eskalierenden Gewalt kamen etwa Menschen um, hauptsächlich Moslems.

Die politische Situation in Kaschmir kostete seit aufgrund der Aktivitäten islamistischer Terroristen über Auch bei anderen Religionen traten Konflikte auf. Insgesamt kamen bei den Unruhen im Jahre mehr als Sikhs ums Leben. In einigen Bundesstaaten ist es zu Pogromen gegen Christen gekommen. So wurden in der zweiten Jahreshälfte bei religiös motivierten Unruhen in Orissa mindestens 59 Christen getötet.

Auch wenn die Ernährungssituation seit den er Jahren entscheidend verbessert werden konnte, ist noch immer mehr als ein Viertel der Bevölkerung zu arm, um sich eine ausreichende Ernährung leisten zu können. Unter - und Fehlernährung wie Vitaminmangel ist vornehmlich in ländlichen Gebieten ein weit verbreitetes Problem, wo der Anteil der Armen besonders hoch ist.

Kinderarbeit wird hauptsächlich auf dem Land geleistet, da das Einkommen vieler Bauernfamilien nicht zum Überleben ausreicht. Hoch verschuldete Bauern müssen oft nicht nur ihr Ackerland verkaufen, sondern auch ihre Dienstleistungen an die Grundherren verpfänden. Die schlechten Lebensbedingungen im ländlichen Raum veranlassen viele Menschen zur Abwanderung in die Städte Urbanisierung. Dabei sind die wuchernden Metropolen des Landes kaum in der Lage, ausreichend Arbeitsplätze für die Zuwanderer zur Verfügung zu stellen.

Das Ergebnis sind hohe Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung. Fast ein Drittel der Einwohner der Millionenstädte lebt in Elendsvierteln. Die Kastenfrage nimmt in der indischen Innenpolitik eine höchst brisante Stellung ein. Unzureichende schulische Bildung sowie Beratung in Fragen der reproduktiven Gesundheit hatte zur Folge, dass die Zahl der HIV -Infizierten ab den er und er Jahren rasch angestiegen ist, seit die ersten Infektionsfälle bekannt wurden.

In den Jahren nach ist ein prozentualer Rückgang an Infizierten zu verzeichnen. Hierfür ist hauptsächlich der weitverbreitete ungeschützte Geschlechtsverkehr mit Prostituierten verantwortlich. Frauen sind in der patriarchalisch geprägten indischen Gesellschaft trotz der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau nach wie vor benachteiligt. Heute wird eine Aussteuer, obwohl sie seit gesetzlich untersagt ist, [62] aus rein wirtschaftlichen Erwägungen von den Eltern der Braut verlangt.

In manchen Fällen übersteigt sie das Jahreseinkommen der Familie der Braut. Gelegentlich kommt es zu so genannten Mitgiftmorden , wenn die Angehörigen der Braut nicht in der Lage sind, die hohen Forderungen zu erfüllen. Tatsächlich werden weit mehr weibliche Föten abgetrieben als männliche. So kommen nach der Volkszählung unter den Null- bis Sechsjährigen auf Jungen nur Mädchen.

Das indische Parlament ist die gesetzgebende Gewalt und besteht aus zwei Kammern: Das Unterhaus wird auf fünf Jahre nach dem Prinzip des Mehrheitswahlrechtes gewählt. Wahlberechtigt ist jeder Staatsbürger, der das Das Oberhaus ist die Vertretung der Bundesstaaten auf nationaler Ebene. Seine Mitglieder werden von den Parlamenten der Staaten gewählt. Laut dem Bericht gibt es in Indien allerdings Probleme bei der Wahrung der Bürgerrechte und in einigen Gebieten wie z.

Liste der politischen Parteien in Indien. Viele Parteien sind zwar auf bestimmte Bundesstaaten beschränkt, dennoch ergibt sich immer wieder die Notwendigkeit, Koalitionen zu bilden. Seit hat Ram Nath Kovind das Amt inne. Dies war in der Vergangenheit in mehreren Bundesstaaten der Fall. Das Präsidentenamt ist jedoch überwiegend von zeremoniellen oder repräsentativen Aufgaben geprägt, die politische Macht liegt beim Premierminister.

Der Präsident ist auch oberster Befehlshaber der Streitkräfte. Der Regierungschef in den 29 Bundesstaaten sowie in zwei von sieben Unionsterritorien ist der Chief Minister , der vom Parlament des jeweiligen Gebiets gewählt wird. Indien ist in 29 Bundesstaaten engl. States und sieben Unionsterritorien engl.

Union Territories gegliedert, die sich in insgesamt über Distrikte engl. In einigen Bundesstaaten werden mehrere Distrikte zu Divisionen engl. Den Distrikten untergeordnet sind parallel und teils überlappend die Tehsils oder auch Taluks , Blöcke und Subdivisions. Die unterste Verwaltungsebene stellen die Dörfer selbst dar, die mitunter in sogenannten Hoblis zusammengefasst sein können. Während die Unionsterritorien von der Zentralregierung in Neu-Delhi verwaltet werden, verfügt jeder Bundesstaat über ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung.

Der Regierung eines Bundesstaats steht der Chief Minister vor, der allerdings formal einem vom indischen Präsidenten ernannten Gouverneur mit weitgehend repräsentativen Aufgaben untergeordnet ist. Im ländlichen Raum wird der dreistufige Panchayati Raj angewandt. Die Zuständigkeiten der Kommunalverwaltungen sind je nach Bundesstaat unterschiedlich gestaltet. Vor der Unabhängigkeit umfasste Indien sowohl selbstständige Fürstenstaaten unter britischer Aufsicht als auch britische Provinzen englisch Presidencies , die von britischen Kolonialverwaltern regiert wurden.

Nach der Unabhängigkeit wurden die ehemaligen Fürstenstaaten von einem ernannten Gouverneur, die ehemaligen Provinzen jedoch von einem gewählten Parlament und einem gewählten Gouverneur regiert. Im Jahre beseitigte der States Reorganisation Act die Unterschiede zwischen ehemaligen Provinzen und Fürstentümern und schuf einheitliche Bundesstaaten mit einer gewählten Regionalregierung.

Bei der Neuordnung der Bundesstaaten wurde die jeweilige Muttersprache der Bewohner als Grundlage der Grenzziehung verwendet. Mai wurde der bisherige Staat Bombay in die neuen ethnischen Staaten Gujarat und Maharashtra aufgeteilt.

Juni entstand aus Teilen des Bundesstaates Andhra Pradesh als neuer, Bundesstaat Telangana ; seine Hauptstadt ist Hyderabad. Die Abkürzungen entsprechen ISO Delhi ist kultureller Mittelpunkt der hindisprachigen Gemeinschaft des Nordens.

An dritter Stelle folgt Bangalore. Sie gilt als intellektuelles Zentrum. Frauen erhielten in Indien erst umfassendes Wahlrecht. Da in Indien Gewaltenteilung herrscht, ist die Judikative streng von Legislative und Exekutive getrennt.

Den Vorsitz hat der Chief Justice of India. Streitigkeiten zwischen den Staaten und der Zentralregierung fallen in seine Zuständigkeit. Ab der dritten Rechtsebene Distriktebene wird zwischen Zivil- und Strafgerichten unterschieden. Die Gerichtssprache ist Englisch, auf den unteren Ebenen kann aber auch in der jeweiligen regionalen Amtssprache verhandelt werden.

Während des Unabhängigkeitskampfes bildete sich der Nationalkongress, der die Kolonialherrschaft der Engländer beenden sollte. Nach der Unabhängigkeit wurde die Kongresspartei stärkste Partei und bildete unter Jawaharlal Nehru die erste Regierung. Lotosblüte mit nationalistischen Parolen Unterstützung auf breiter Ebene zu finden.

Dies gipfelte in dem Marsch auf Ayodhya und dem Abriss der Moschee, der im ganzen Land zu Ausschreitungen und Übergriffen, vor allem gegen Muslime, mit vielen Toten führte. Bei der Parlamentswahl erzielte die oppositionelle Kongresspartei unter Sonia Gandhi einen unerwarteten Sieg.

Überraschend für ihre Parteienkoalition lehnte sie es ab, den Posten des Premierministers zu übernehmen, Manmohan Singh wurde am Mai als Premierminister vereidigt. Bei der Parlamentswahl konnte die Parteienkoalition der United Progressive Alliance unter Führung des Indischen Nationalkongress ihren parlamentarischen Rückhalt deutlich ausbauen, so dass Manmohan Singh erneut zum Premierminister gewählt wurde.

Dabei betrachtete sich Indien nicht als äquidistant, sondern suchte bis zum Krieg gegen China die Führungsrolle innerhalb der blockfreien Bewegung. Dies drückte sich beispielsweise in der Entsendung von Friedenstruppen in den Gazastreifen und in den Kongo aus, sowie in der Verurteilung der franko-britischen Intervention in der Sueskrise.

Ebenso verurteilte es das sowjetische Vorgehen zu Beginn des Koreakrieges und als inakzeptable Einmischung. Nach dem Ende des Kalten Krieges orientierte Indien sich neu. Nach den Terroranschlägen am Zwei Wochen später, am Mai, zündete Pakistan zum ersten Mal einen Atomtest. Den Atomwaffensperrvertrag haben weder Indien noch Pakistan unterschrieben.

Ein Friedensprozess begann ; er geriet aber nach Anschlägen im indischen Mumbai mit Toten ins Stocken. Indien macht pakistanische Islamisten für die Tat verantwortlich. Die Atomtests im Mai wurden zwar stets mit dem Verweis auf die chinesische Bedrohung gerechtfertigt Angriff Chinas von , in erster Linie verfolgt Indien mit den Tests jedoch wohl eine internationale Statusaufwertung und versucht, eine Gleichrangigkeit mit China zu untermauern.

Indien betreibt eine erhebliche konventionelle Aufrüstung , genauso wie China und andere asiatische Länder wie Pakistan. Tatsächlich stehen sich Indien und China mittlerweile eher freundschaftlich gegenüber. Zunehmende Handelsverflechtungen und die gegenseitige Anerkennung des Status quo in Tibet durch Indien und Sikkim durch China haben zu einer spürbaren Entlastung des politischen Verhältnisses beigetragen.

Auch Grenzverlauf und -verkehr sind teils umstritten. Juni wurde ein Abkommen unterzeichnet, demzufolge Bangladesch indische Enklaven erhält und Indien im Gegenzug 52 bangladeschische auf seinem Gebiet. Indien ist Mitglied in der Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer und der G Die Beziehungen Indiens zur EU basieren auf einer umfassenden politischen Erklärung und einem Aktionsplan für eine strategische Partnerschaft , die auf dem EU-Indien-Gipfel im Herbst verabschiedet wurden und seitdem schrittweise umgesetzt werden.

Zukünftig will man das Potenzial für gemeinsame Kooperationen und Austausch noch stärker ausschöpfen. Dies gilt insbesondere auch für die Bereiche Konfliktprävention, Terrorismusbekämpfung und die Stärkung der Menschenrechte.

In Indien besteht allgemeine Schulpflicht von 6 bis 14 Jahren, und das indische Parlament beschloss einstimmig, das Recht auf Bildung in die Verfassung aufzunehmen. Allgemein hat der Staat in der Vergangenheit besonderes Augenmerk auf die Förderung von höheren Bildungseinrichtungen gelegt, was den aus der Kolonialzeit herrührenden elitären Charakter des Bildungswesens eher noch verstärkt hat.

Dennoch ziehen viele Angehörige der Mittel- und Oberschicht gerade bei der höheren Bildung private Einrichtungen den staatlichen vor. In Indien stieg die mittlere Schulbesuchsdauer aller Personen über 25 von 3 Jahren auf 6,3 Jahre an. Die aktuelle Bildungserwartung beträgt bereits 11,7 Jahre. Weiterführende Schulen und höhere Bildungseinrichtungen stehen dagegen meist nur in Städten zur Verfügung.

Ein weiteres Problem ist die Benachteiligung von Mädchen, deren Einschulungsrate geringer ist als die von Jungen Durchschnitt bis Indien verfügt über Universitäten. Das Gesundheitswesen ist überwiegend staatlich, obwohl es auch viele private Krankenhäuser gibt.

In vielen Dörfern gibt es keine medizinischen Einrichtungen. Verschlimmert wird die Lage durch schlechte hygienische Bedingungen, wie fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen, sowie Unterernährung. Ähnliche Bedingungen herrschen in städtischen Elendsvierteln.

Früher war Indien eines der wenigen Länder der Erde, in denen Männer eine höhere Lebenserwartung aufwiesen als Frauen. In den letzten Jahren hat sich dies umgekehrt. Wegen der geringen Kosten und der guten Qualität der ärztlichen Behandlung in spezialisierten Krankenhäusern gewinnt der Medizintourismus aus nordamerikanischen und europäischen Industrieländern immer mehr an Bedeutung.

Indiens Militär besteht aus Freiwilligen, eine Wehrpflicht gibt es nicht. Sie umfassen 1,3 Millionen Soldaten, wovon 1,1 Millionen im Heer , Die indischen Streitkräfte verfügen über 3. Indien hatte damit das weltweit fünft-höchste Militärbudget. Seit ist Indien offizielle Atommacht. Bis heute hat Indien den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet, verzichtet jedoch laut seiner Nukleardoktrin auf den nuklearen Erstschlag.

Zudem besteht mit Mosambik ein Militärabkommen, das Ankerrechte und Versorgung von indischen Kriegsschiffen vorsieht. Mit Mauritius bestehen zudem enge militärische Bindungen. Die indischen Luftstreitkräfte kontrollieren den mauritischen Luftraum und es besteht eine Zusammenarbeit mit der indischen Marine.

Seit der Unabhängigkeit hat das indische Militär kaum Interesse an einer politischen Einflussnahme gezeigt. Es ist der Zivilverwaltung unterstellt, den militärischen Oberbefehl hat der Präsident. Indien ist eine gelenkte Volkswirtschaft , die seit zunehmend dereguliert und privatisiert wird. Seither hat sich das Wirtschaftswachstum deutlich beschleunigt. Die Leistungsfähigkeit der indischen Wirtschaft hat nach Einschätzung vieler Beobachter in einigen Branchen Informationstechnologie, Pharmazie inzwischen internationales Spitzenniveau erreicht.

Behindert wird das Wachstum der Produktion der indischen Wirtschaft insbesondere durch Mängel der vielfach veralteten Infrastruktur , vor allem durch Engpässe bei der Energieversorgung, die zu häufigen Stromausfällen führen. Trotz der begonnenen Liberalisierung der Wirtschaft leiden vor allem die Industrie und der Bankensektor nach wie vor unter häufigen staatlichen Eingriffen und den langsamen politischen Entscheidungsprozessen. Der Schutz ineffizienter Staatsunternehmen vor Wettbewerb bleibt ein Hemmschuh.

Ein Belastungsfaktor ist auch die weitverbreitete Korruption. Ausländische Investoren werden so abgeschreckt. Die Integration Indiens in die Weltwirtschaft hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Das Land profitiert zunehmend von den Vorteilen der internationalen Arbeitsteilung und der Globalisierung. Die indische Wirtschaft ist aber noch sehr stark binnenwirtschaftlich orientiert.

Ihr Anteil an der Weltwirtschaft liegt noch bei knapp drei Prozent, obwohl Ein- und Ausfuhren in den letzten Jahren kräftig gewachsen sind. Die niedrigen Anteile der Aus- und Einfuhren am Bruttoinlandsprodukt signalisieren noch beträchtliches Wachstumspotenzial.

Die mittel- und langfristigen Wachstumsperspektiven Indiens werden vielfach sehr günstig beurteilt. Einige Studien rechnen damit, dass Indien künftig sogar stärker als China wachsen wird. Der derzeitige hohe Anteil junger Menschen an der Bevölkerung wird in den nächsten Jahrzehnten für einen hohen Anteil von Menschen im erwerbsfähigen Alter sorgen.

Die hohen Währungsreserven und relativ niedrige Auslandsschulden dürften das Vertrauen ausländischer Investoren in die Entwicklung der indischen Wirtschaft stärken. Bisher waren die ausländischen Direktinvestitionen in Indien im internationalen Vergleich, insbesondere mit China, gering. Die als wirtschaftsliberal betrachtete Regierung Narendra Modis versucht mit Reformen und Initiativen wie der Make-in-India-Kampagne ausländische Investitionen anzulocken.

Indien konnte sich damit im Vergleich zum Vorjahr um 30 Plätze verbessern und gehörte erstmals zu den ersten Ländern. Platz, mit 40 von maximal Punkten. Von bis wuchs das Bruttoinlandsprodukt BIP Indiens inflationsbereinigt um rund sechs bis sieben Prozent jährlich.

Trotz des in den letzten Jahren deutlich beschleunigten Wachstums lag die offizielle Arbeitslosenquote zu dieser Zeit aber noch bei neun Prozent — wobei mit einer erheblichen Zahl von Arbeitslosen zu rechnen ist, die von der Statistik nicht erfasst werden.

Die Gesamtzahl der Beschäftigten wird für auf ,9 Millionen geschätzt. Unbefriedigend bleibt auch die Entwicklung der Staatsfinanzen. Das gesamtstaatliche Haushaltsdefizit bewegt sich bei leicht rückläufiger Tendenz zwischen neun und zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Davon entfällt rund die Hälfte auf das Defizit der Zentralregierung. Von den führenden Agenturen zur Bewertung von Kreditrisiken wird die Bonität Indiens vor dem Hintergrund der günstigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aber zunehmend besser eingeschätzt.

Im Zuge der zunehmenden internationalen wirtschaftlichen Verflechtung Indiens war das Land ab ebenfalls von der weltweiten Wirtschaftskrise betroffen. Das stetige jährliche Wirtschaftswachstum brach ein. Als Gründe werden der junge, global agierende indische Kapitalmarkt, hohe private Kreditverschuldung, steigende Arbeitslosenzahlen sowie sinkende Binnennachfrage und Exportzahlen genannt.

Zur Bekämpfung der Krise wurden staatliche Konjunkturpakete aufgelegt, unter anderem Infrastrukturprogramme, Steuersenkungen sowie Subventionen für die Exportindustrie.

Indiens Wirtschaft hat in den letzten Jahren an Dynamik zurückgewonnen. Das Bruttoinlandsprodukt betrug im gleichen Zeitraum circa 2. Die Inflation sank von zeitweise ca. Indien hat dennoch weiterhin mit einer hohen Armut in der Bevölkerung zu kämpfen. Der weltweit zu beobachtende Wandel der Wirtschaftsstruktur von der Landwirtschaft zur Industrie und zum Dienstleistungssektor vollzieht sich auch in Indien, das aber im internationalen Vergleich, zum Beispiel mit China, immer noch sehr stark agrarisch geprägt ist.

Die ländliche Bevölkerung bildet gleichzeitig den ärmsten Teil der Bevölkerung. Vom Aufschwung der Wirtschaft profitiert bisher vorwiegend die Bevölkerung der Städte, wo sich eine kaufkräftige Mittelschicht oft hochqualifizierter Fachkräfte bildete.

Dies birgt sozialen Konfliktstoff. Die Abwahl der letzten Regierung im Jahr wird wesentlich mit der Unzufriedenheit der ländlichen Bevölkerung mit der wirtschaftlichen Entwicklung erklärt. Der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt ist indes stark rückläufig. Trug sie noch 56 Prozent bei, so waren es nach Angaben der Weltbank noch rund 17,4 Prozent. Entsprechend hoch ist die Abhängigkeit des jährlichen Wirtschaftswachstums von den Witterungsbedingungen. Ungünstige Erntebedingungen können es spürbar beeinträchtigen.

Dennoch ist Indiens Landwirtschaft noch vergleichsweise ineffizient. Im ländlichen Raum sind viele Menschen unterbeschäftigt , und eine umfassende Industrialisierung der Landwirtschaft steht weiten Teilen des Landes erst noch bevor. Am wichtigsten ist der Anbau von Getreide , vor allem Reis.

Dessen Hauptanbaugebiete liegen in den fruchtbaren Stromebenen des Nordens sowie entlang der Küsten und im östlichen Dekkan. Ungefähr ein Fünftel der weltweiten Erträge entfallen auf Indien. Auch beim Weizen , dem zweitwichtigsten Anbauprodukt, liegt Indien weltweit an zweiter Stelle. Mais und Gerste spielen eine geringere Rolle. Wenig effizient ist die indische Viehzucht, trotz des mit Millionen Tieren Stand: Nach der erfolgreichen Ertragssteigerung der Landwirtschaft setzte ab den er Jahren die Förderung der Fischerei ein.

Dies führte zwar zu einer wesentlichen Erhöhung der Erträge, aber auch zur Überfischung vieler Küstenabschnitte. Indiens wichtigste Fischgründe liegen an der Westküste, wo rund 70 Prozent der Fangerträge erzielt werden. Die Garnelenzucht wird besonders gefördert.

So stammt mittlerweile etwa die Hälfte der Garnelen aus Aquakulturen , die seit den er Jahren vor allem an der Ostküste angelegt worden sind. Bei Kupfer ist Indien trotz gesteigerter Ausbeute weiterhin auf Importe angewiesen. Steinkohle ist der wichtigste Energieträger des Landes. Die Vorkommen an Erdöl und Erdgas reichen bei Weitem nicht aus, um die stetig steigende Nachfrage zu decken.

Die eigene Produktion deckt nur ein Drittel des Verbrauchs. Erdgaslagerstätten finden sich im Golf von Khambhat und werden erst seit den er Jahren ausgebeutet. Nach der Unabhängigkeit forcierte man daher besonders den Ausbau von kapitalintensiven Schlüsselindustrien. Dazu gehörten Stahl -, Maschinen - und chemische Industrie. Die Konsumgüterherstellung wurde vernachlässigt und sollte durch Kleinindustrien gedeckt werden.

Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, setzte man nach dem Vorbild der Sowjetunion auf den Ausbau der Schlüsselindustrien durch den Staat mittels Fünfjahresplänen. Wachstumsimpulse kommen auch von der rasch steigenden Inlandsnachfrage nach langlebigen Konsumgütern.

Neben diesen eher traditionellen Industrien dominieren die Eisen- und Stahlerzeugung, Maschinen-, Kraftfahrzeug- und chemische Industrie. Unter ihnen ist der staatliche Anteil besonders hoch. Allerdings nimmt der Anteil privater Betriebe seit der Liberalisierung der Wirtschaft in den er und vor allem frühen er Jahren zu. Wegen der indischen Patent schutzgesetzgebung, der Arzneimittel nur bedingt unterlagen, kam es immer wieder zu Streitigkeiten mit den Industriestaaten , allen voran den Vereinigten Staaten von Amerika.

Mittlerweile hat Indien seine Patentgesetze angepasst. Ein wichtiger Träger des wirtschaftlichen Aufschwunges der letzten Jahre ist die Informationstechnologiebranche , die teils dem industriellen, teils dem Dienstleistungssektor zuzurechnen ist. Vor allem der Software bereich hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt. Auch die Herstellung von Hardware erlebt einen rasanten Aufschwung. Mit zweistelligen jährlichen Wachstumsraten gewinnt auch die Biotechnologie an Bedeutung. Die Spitzentechnologie ist vor allem im Süden des Landes angesiedelt: Das Zentrum der Informationstechnologiebranche ist Bangalore , als neues Wachstumszentrum der Biotechnologie hat sich Hyderabad etabliert, besonders mit der Gründung des Biotechnologiezentrums Genome Valley.

Ungewöhnlich hoch für ein Entwicklungsland ist der Beitrag der Dienstleistungen zur gesamtwirtschaftlichen Produktion Indiens. Insbesondere bei Dienstleistungen im Bereich der Informationstechnologie, sonstigen Ingenieurleistungen, Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie Verwaltungsaufgaben hat Indien bedeutende Marktpositionen erreicht.

Beispiele sind Callcenter und Dienstleistungen im Gesundheitswesen. Zwischen und hat sich der Warenaustausch mit dem Ausland mehr als vervierfacht. Indien ist ein wichtiger Exporteur von Rohstoffen und Fertigprodukten, aber auch Arbeitskräften und Dienstleistungen. Die wichtigsten Exportgüter sind Textilien , Bekleidung, geschliffene und verarbeitete Edelsteine , Schmuck , Chemikalien , Erdöl erzeugnisse, Lederwaren und Softwareprodukte.

Indien importiert vor allem Rohöl, elektronische Erzeugnisse, Edelsteine z. Diamanten , Maschinen, Edelmetalle , Chemikalien und Düngemittel. Nach ersten Angaben des Statistischen Bundesamtes wuchs der Handel zwischen Indien und Deutschland in den ersten sieben Monaten des Jahres noch einmal deutlich. Deutschland importierte Waren im Wert von 2,4 Milliarden Euro, 30,5 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, und exportierte Waren für 3,3 Milliarden Euro, 39,7 Prozent mehr als in den ersten sieben Monaten Bis stieg das gesamte Handelsvolumen auf 17,4 Milliarden Euro an, womit Indien auf Platz 24 der wichtigsten Handelspartner Deutschlands steht.

Der Fremdenverkehr hat sich zu einem der wichtigsten Devisenbringer Indiens entwickelt. August wurde im Oberhaus beschlossen, statt bisher regional geprägter Steuersätze in den 29 Bundesstaaten eine einheitliche Güter- und Dienstleistungssteuer Goods and Services Tax, GST einzuführen, um nahtlosen Warenverkehr zu fördern.

Der Beschluss muss noch durch die Bundesstaaten ratifiziert werden und sollte Frühjahr in Kraft treten. Juli eine indien-weit einheitliche Mehrwertsteuer wirksam werden lassen sollen. Indien steht hinsichtlich der Entwicklung im Bereich Windenergie weltweit an vierter Stelle: Noch im Herbst waren gerade einmal 45 Megawatt Photovoltaik -Leistung installiert [] , durch den starken Zubau wurde bereits im März die Gigawatt-Marke erreicht.

Da Indien den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat, sind zahlreiche Länder bei der Beteiligung an der Konstruktion sehr zurückhaltend. Bisher hat Indien zur friedlichen Nutzung der Kernenergie eine Zusammenarbeit mit Russland, [] der Europäischen Union [] und Kanada [] vereinbart. Siehe auch Liste der Kernreaktoren in Indien. Indien ist auf Ölimporte angewiesen, die aufgrund Indiens wachsender Bevölkerung und Wirtschaft in Zukunft vermutlich stark ansteigen werden.

Auf Grund der riesigen Entfernungen innerhalb Indiens und der vielerorts noch immer unterentwickelten Landinfrastruktur kommt dem Luftverkehr eine immer bedeutendere Rolle zu.

Indiens erster Zug verkehrte am April zwischen Mumbai und Thane. Bereits vier Jahrzehnte später verband die Eisenbahn alle wichtigen Landesteile miteinander. Auch heute noch spielt sie eine wichtige Rolle bei der Güter- und Personenbeförderung. Die indische Staatsbahn Indian Railways ist in 16 Regionalgesellschaften aufgeteilt und beschäftigt mit 1,6 Millionen Menschen mehr Angestellte als jedes andere Staatsunternehmen des Landes.

Es gibt Bahnhöfe. Das Schienennetz besteht zu Indiens Eisenbahnnetz ist damit zwar knapp hinter China das zweitlängste, aber keineswegs das dichteste Asiens. Der Staat legt sein Hauptaugenmerk vor allem auf die Elektrifizierung und den doppelgleisigen Ausbau der Hauptstrecken, die Umwandlung von Meterspurstrecken in Breitspur und die Modernisierung der technischen Einrichtungen.

Am wichtigsten sind die National Highways, die über Problematisch bleiben die mehr als In Deutschland gab es im selben Jahr 3. Als Gründe für die hohe Unsicherheit gelten die ungenügende Infrastruktur und rücksichtslose Fahrweise. In Indien herrscht Linksverkehr. In Indien haben bereits mehr Menschen ein Mobiltelefon als einen Festnetzanschluss. Dabei handelt es sich meist nicht um einen Münzfernsprecher, sondern um ein normales Telefon, für dessen Benutzung persönlich kassiert wird.

Die indische Kultur gehört zu den ältesten und mannigfaltigsten Kulturen der Erde. Sie war prägend für ganz Süd - und Südostasien. Der Glaube spielt in Indien, dem Ursprungsland mehrerer Religionen Hinduismus , Buddhismus , Jainismus , Sikhismus , von jeher eine herausragende Rolle und hat so auch die Kultur des Landes entscheidend geprägt.

Die geradezu unüberschaubare Vielfalt an Sprachen und Völkern hat zudem regionale Besonder- und Eigenheiten hervorgebracht. Indien verfügt über eine enorme kulturelle Vielfalt und regionale beziehungsweise lokale Identitäten, Bräuche und Kulturen können sich sehr stark unterscheiden.

Verschiedene Kulturwissenschaftler haben sich mit der typisch indischen Mentalität befasst, Selbstbild und Fremdbilder verglichen und daraus sogenannte Kulturstandards des Verhaltens formuliert. Indische Kleidung und Schmuck: In der Architektur Indiens spiegeln sich die verschiedenen kulturellen Einflüsse, die das Land prägten, wider. Neben Palast- und Festungsbauten ragt vor allem die Sakralarchitektur heraus. Die ältesten erhaltenen Überreste indischer Architektur stammen aus der Induskultur , die sich hauptsächlich auf dem Gebiet des heutigen Pakistan , aber auch in Gujarat und dem indischen Teil des Punjab ausbreitete.

Die ältesten vollständig erhaltenen Bauwerke sind buddhistische Stupas. Stupas sind auf einer rechteckigen Plattform stehende kuppelförmige Bauten. Im Inneren wird in der Regel eine Reliquie aufbewahrt. Tatsächlich entwickelte sich der Stupa aus Grabhügeln, wie sie schon in vedischer Zeit üblich waren.

Jahrhundert kam die Entwicklung der buddhistischen Architektur zum Ende. Zeitgleich zur buddhistischen Baukunst bildete sich die jainistische Architektur heraus. Zu den schönsten Beispielen gehören der Tempel von Ranakpur In Südindien entwickelten sich eigenständige Stilelemente. Berühmt ist das eindrucksvolle Monolithstandbild eines Asketen in Shravanabelagola Karnataka aus dem Die ersten Steintempel griffen jedoch den Stil ihrer Vorgänger auf.

Grundsätzlich hat jeder Bestandteil eine symbolische Bedeutung. Alle hinduistischen Tempel versinnbildlichen den Kosmos, während der Tempelturm den mythologischen Berg Meru darstellt.

Dennoch entstanden ab dem 7. Jahrhundert zwei verschiedene Hauptstilrichtungen, die sich am deutlichsten in der Form des Turmes unterscheiden.

Der nordindische Nagara-Stil zeichnet sich durch den bienenkorbförmigen Turm über dem Allerheiligsten aus, der als Shikhara bezeichnet wird. In Südindien dominiert der Dravida-Stil , der durch einen Vimana genannten, treppenförmig aufsteigenden Turm gekennzeichnet ist. Später bildete sich als weiteres Merkmal das stilistisch ähnliche Gopuram auch Gopura über dem Eingangstor heraus. Herausragende Baudenkmäler im Nagara-Stil sind der im Jahrhundert und der Tempelbezirk von Khajuraho Madhya Pradesh aus dem Jahrhundert und Madurai Minakshi-Tempel , In Hampi Karnataka sind zahlreiche Sakral- und Profanbauten erhalten.

Frühe Vorläufer des Dravida-Stils aus dem 7. Jahrhundert befinden sich in Mamallapuram Tamil Nadu. Mit dem Vordringen des Islam nach Nordindien ab dem Jahrhundert entstand die indo-islamische Architektur.

Frühe Moscheen wurden häufig anstelle hinduistischer Tempel errichtet oder bezogen sogar Teile davon mit ein. Im Laufe der Zeit vermischte sich die islamische Architektur mit hinduistischen Elementen zu einer eigenständigen indisch-islamischen Baukunst, die unter den Moguln zu höchster Blüte gelangte. Die britische Kolonialzeit gab der indischen Architektur ab dem Aus der Verschmelzung europäischer, islamischer und indischer Elemente ging der indo-sarazenische Stil hervor.

Die indische Literatur ist eine der ältesten der Welt. Die ältesten Werke wurden in Sanskrit , Pali und Tamil verfasst. Zu den herausragendsten Sanskrit-Werken gehören die Veden aus dem Sie haben mythologisch-religiöse Themen des Hinduismus zum Inhalt. Darüber hinaus entstanden viele andere bedeutende Werke auf den verschiedensten Gebieten, etwa Religion , Philosophie , Staatskunst und Wissenschaft. Mit dem Aufstieg des Buddhismus ab dem 5.

In Südindien entwickelte sich als erstes Tamil zur klassischen Literatursprache. Die ältesten Werke entstanden vor rund Jahren. Aus der Blütezeit des frühen Tamil stammt die Sangam-Literatur.

Sie enthält neben heroischen Werken über Könige und Kriege vor allem Liebes lyrik. Später traten Kannada , Telugu und Malayalam als bedeutende Schriftsprachen hervor. Gleichzeitig verlor Sanskrit immer mehr an Bedeutung. Religiöse Dichtungen des Hinduismus wurden nun in den Regionalsprachen verfasst, die auch vom Volk verstanden werden konnten, und widmeten sich zunehmend der Bhakti , der hingebungsvollen Verehrung Gottes.

Bemerkenswert ist die Verschmelzung von islamisch-persischen und indischen Elementen in der Urdu -Dichtung. Jahrhundert zur Blüte kam.

Jahrhundert verstärkte sich der westliche Einfluss auf die indische Literatur. Unter diesen Umständen erlebte vor allem die bengalische Literatur einen Aufschwung. Ihr bekanntester Vertreter ist sicher Rabindranath Thakur , der heute als Nationaldichter verehrt wird und bisher als einziger Inder den Nobelpreis für Literatur erhielt. Zwei seiner Gedichte wurden später die Nationalhymnen von Indien und Bangladesch. Seit dem frühen Jahrhundert verwenden viele indische Schriftsteller auch das Englische für ihre Werke.

Die klassische indische Musik spaltet sich in zwei Hauptrichtungen: Die hindustanische Musik stammt aus Nordindien und ist stark vom persischen Kulturraum beeinflusst. Die karnatische Musik ist der vorherrschende klassische Stil Südindiens.

Beiden liegen aber als wesentliche Konzepte Raga und Tala zugrunde. Der Raga stellt die melodische Grundstruktur dar. In Gujarat war die neolithische Produktionsweise vermutlich seit dem 4. Aus Saurashtra sind domestizierte Tiere belegt.

Die neolithischen Funde aus Assam bestehen vor allem aus Steinbeilen , die schwierig zu datieren sind. Aus Daojali-Hading stammt Keramik mit Schnurabdrücken bzw. Auch hier liegen jedoch keine zuverlässigen Daten vor. Wichtige Domestikate waren Mungbohne Vigna radiata , deren wilde Vorfahren in den westlichen Ghats vorkommen, Pferdebohnen Macrotyloma uniflorum , Hirse , Brachiaria ramosa und Fuchsschwanz Setaria verticillata.

Die wilden Vorformen der letzten beiden Gräser wuchsen in den Savannen des südlichen Dekkan. Vielleicht wurden auch Yams Dioscorea genutzt, Knollenfrüchte sind jedoch notorisch schlecht nachzuweisen. Andere Hirsearten, wie Panicum sumatrense , Paspalum colona , Echinochloa colona und Setaria pumila wurden vielleicht nur gesammelt. Während des späten Neolithikums und Chalkolithikums tauchten Kulturpflanzen afrikanischer Herkunft, wie Mohrenhirse Sorghum , Perlhirse Pennisetum glaucum , Faselbohne Lablab purpureus und Augenbohne Vigna unguilatica auf, und nordindische Kulturpflanzen wie Weizen und Gerste wurden allmählich übernommen.

Das Neolithikum des südlichen Dekkan wird in die folgenden Phasen unterteilt:. Um die Wende zum 2. Die bronzezeitliche Indus-Kultur oder Indus-Zivilisation war eine der frühesten städtischen Zivilisationen, die sich etwa in den Jahren — v. Neben dem antiken Ägypten und Mesopotamien war sie eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt. Sie kannte bereits Städteplanung, vielleicht die Schrift und Architektur.

Erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben. Weder ist ihre Schrift entschlüsselt noch ist ihr Verschwinden ab etwa v. Es ist nicht einmal geklärt, ob es sich wirklich um eine Schrift handelte. Die vermutlich vom Norden her einwandernden Arier brachten etwa ab v. Diese Wanderungsbewegungen gingen sehr langsam vonstatten. In der mittelvedischen Zeit ca. Die vedische Religion, die von Opferritualen und Hymnen an die Götter geprägt ist, erlebte eine erste Blütezeit.

Die Götterwelt ähnelte der indogermanischen Götterwelt. Man bittet die Götter um Reichtum, Gold und Rinder. Das Wort für Wagentreck grama zum Beispiel machte einen Bedeutungswandel durch und bedeutet später Dorf. In der spätvedischen Zeit ca.

Es begann eine Phase der Urbanisierung und Reichsbildung. In dieser Phase entwickelten sich viele Städte, in denen Handel getrieben wurde. In der Kriegstechnik setzte man nun auch gezähmte Elefanten ein. Die Reisproduktion wurde intensiviert. In der spätvedischen Zeit entstand die mythologische Legitimation für das Kastenwesen.

Am unteren Ende der Gesellschaft befanden sich die Angehörigen der ursprünglichen Bevölkerung, die als Diener, Shudras , lebten. Man kann jedoch davon ausgehen, dass die Stratifizierung der Gesellschaft in der vedischen Zeit noch nicht so ausgeprägt war. Das Ende der vedischen Zeit 6. In Magadha traten zwei Religionsstifter hervor, deren Lehren zwar Gemeinsamkeiten mit dem vedischen Glaubenssystem aufwiesen, wie der Kreislauf der Wiedergeburten Samsara und das Gesetz der Tat Karma , jedoch eine Weiterentwicklung bieten.

Unter König Ashoka — v. Die zentrale Verwaltung mit ihrem Beamtenapparat umfasste jedoch nur das Kerngebiet des Reiches in der Gangesebene ; ausgenommen bleibt der südliche Teil des Subkontinents dravidische Staaten.

Hauptstadt war Pataliputra das heutige Patna. Ashoka, der sich zum Buddhismus bekannte, begründete u. Das Reich zerfiel um v. Um bis v. In der Nachfolge der Alexanderzüge entstand im nordwestlichen Grenzgebiet von Baktrien und Gandhara heute: Afghanistan und Pakistan das hellenistische Gräko-baktrische Reich. Man verzeichnete eine Entfaltung der buddhistischen Kunst und Kultur. Das Reich zerfiel mit dem Eindringen der aus Zentralasien stammenden Skythen , die von den Indern Shakas genannt werden.

In Nordindien regierten zwischen und 73 v. Sie zogen den Brahmanismus erneut dem Buddhismus vor und pflegten das Sanskrit. Die Finanzierung buddhistischer Klöster war ihnen wohl zu teuer. Im Dekkan hatten sich die Shatavahana festgesetzt und anscheinend auch schon Ashokas Herrschaft entzogen. Sie regierten vier Jahrhunderte, ca.

Die vierte indische Macht neben Shunga, Shaka und Shatavahana war damals das wiederaufgestiegene Kalinga. Die iranischen Parther verdrängen die Shakas, werden ihrerseits aber von den Kuschana ursp. Yüe-tschi geschlagen, die in Baktrien und Gandhara ein blühendes Reich errichten.

Unter König Kanischka 1. Das Kuschana-Reich verfiel in der ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts und wird bis heute wegen seiner nichtindischen Herkunft eher gering geschätzt. In Nordindien herrschte die Dynastie der Gupta , während im Dekkan das Vakatakareich eine herausragende Position einnahm.

Jahrhundert kam es zur Errichtung der buddhistischen Universität von Nalanda , die mit über Die Guptas förderten Buddhismus und Hinduismus. Die als Hunas in indischen Quellen erwähnten Angreifer verwüsteten Nordindien und beendeten die Zeit der blühenden Stadtkultur.

Die Alchon herrschten ursprünglich im Raum des heutigen Kabul und verlagerten ihren Herrschaftsbereich zu Beginn des 6. Die Herrschaft der Hunas brach in Nordindien bereits um die Mitte des 6. Jahrhunderts zusammen, doch hatte ihr Einfall verheerende Folgen und war ein Faktor für den Zusammenbruch des Gupta-Reichs. Ein indisches Mittelalter wird von der Forschung verschieden begrenzt. Majumdar zufolge beginnt das indische Mittelalter Mitte des 8. Jahrhundert bis zur Gründung des Delhi-Sultanats im Jahr Zwischen und regierte Harshavardhana in Nordindien.

Sein Versuch zur Unterwerfung Zentralindiens scheiterte aber: Jahrhundert teilten sich die Rashtrakuta in Zentralindien ca. Die Pratihara-Könige sind die Vorgänger der Rajputen -Fürsten, und übernahmen wie diese auch die Verteidigung gegen die muslimischen Eindringlinge, z.

Diese Jahrhunderte gelten als das indische Mittelalter. Die Macht der Könige basierte auf der Anzahl und Zuverlässigkeit der Vasallen , während ihre Zentralverwaltungen schwach ausgeprägt waren und sich oftmals nur auf den Umkreis der Hauptstadt erstreckten.

Nicht nur Vasallenkönige, sondern auch Provinzgouverneure hatten ein eigenes Heer und ernannten ihre Beamten selbst. Ihr Amt wurde oftmals weitervererbt, so dass aus ihnen neue Dynastien entstanden.

Die Menschen des indischen Mittelalters lebten meistens auf dem Lande. Eine Besonderheit indischer Reiche wie das der Rashtrakuta und Chola waren die damit verbundenen autarken Dorfgemeinschaften. In den Dörfern und Bezirken sorgten Räte aus Mahattaras d. Sie wurden nicht von der Dynastie ernannt und waren unabhängig von der Lage bei Hofe.

Kam der Steuereintreiber vorbei, so hatten sie die Steuern oft schon eingesammelt und lieferten sie dann pauschal ab. Die Hofkultur, Baukunst wie auch hinduistische Philosophie verfeinerte sich auf der Basis bereits existierender Formen und Erkenntnisse, brachte aber wenig Neues hervor, so dass man auch von einer Erstarrung der sozialen Struktur bzw.

Die Landeigentümer holten nun so viel wie möglich aus den Bauern heraus und schufen sich auch wirtschaftliche Monopole.

Im indischen Mittelalter wurde zum Beispiel oft die gesamte Dorfbevölkerung mitverschenkt, wenn aufgrund Geldmangels wenig Bargeld bei mangelndem Fernhandel Landschenkungen statt fester Gehälter gemacht wurden.

Die Landschenkungen an Brahmanen nahmen im Davon erhofften sich die Könige auch eine Schwächung der Provinzgouverneure bzw. Der Buddhismus wurde weiter zurückgedrängt, da er sich nur auf die oberen Klassen stützte. Mit der nachlassenden Macht der Könige wurde die Unterhaltung der buddhistischen Klöster für die Dorfgemeinschaften zu kostspielig und hier rächte sich der fehlende Rückhalt im Volk, wo die Brahmanen dominierten.

Das Chola-Reich war eines der bedeutendsten indischen Königreiche und gilt als das einflussreichste hinduistische Reich bis heute. Es wird den Tamilen zugerechnet. Wie die alten Griechen und Römer verstanden es die tamilischen Cholas weitreichenden kulturellen Einfluss auf ihre Nachbarn auszuüben.

Die Blütezeit dauerte vom 9. Ihre wichtigsten Rivalen waren zu jener Zeit die bereits erwähnten Chalukya ca. Im Norden begann zur Blütezeit der Chola im Jahrhundert begann eine arabische bzw. Die Katastrophe lag u. Berufssoldaten , Zwangsrekrutierte wie Abenteurer fanden sich auf Hindu- wie Islam-Seite, aber die Hindus achteten auf Stil und Ehrenkodex und mussten die Truppen vieler Kleinkönige mit ihren lokalen Traditionen unter einen Hut bringen, die nicht die Ergebenheit einem Führer gegenüber kannten.

Die Eroberung stellte aufgrund der andersartig geprägten islamischen Kultur einen tiefen Einschnitt dar: So zum Beispiel war und ist Muslimen die bildliche Darstellung Gottes nicht erlaubt, während sie bei den Hindus eine Grundlage der Tempelgestaltung war. Die Muslime hatten einen einzigen Gott, die Hindus viele. Die Sanskrit -Literatur wurde nutzlos und verfiel. Die Sprache Urdu bildete die Basis wirtschaftlicher und administrativer Verständigung, die Architektur bildete einen indo-islamischen Stil heraus und Denker wie Kabir — versuchten Islam und Hinduismus zu verschmelzen.

Die Muslime begründeten das Sultanat von Delhi , das zeitweise fast ganz Indien beherrschte und in einem Angriff des türkisch-mongolischen Eroberers Timur Lenk entscheidend geschwächt wurde, so dass hinduistische Dynastien an Einfluss zurückgewinnen konnten Vijayanagar in Südindien.

Das Sultanat war innerlich nicht sonderlich stabil, Revolten der Statthalter und unterworfener Fürsten sowie Umsturzversuche bei Hofe füllten seine Geschichte aus. Bahman-Shah übernahm oder besiegte die restlichen Truppen des Delhi-Sultans im Süden und kämpfte gegen seine hinduistischen Nachbarn.

Stadt des Sieges in Südindien, das bis existierte. Es war nach einer gleichnamigen Stadt benannt und repräsentierte neben dem Königreich Orissa das wieder unabhängige, hinduistische Indien.

Vijayanagar erlangte eine beachtliche Machtstellung in Südindien. Dazu kam eine gegen Mitte des Jahrhunderts sehr starke Armee, die über Der Ruhm dieses Reiches strahlte bis nach Europa aus. Er, seine Minister und Nachfolger ausgenommen Aurangzeb bemühten sich in erster Linie unter politischen und nicht unter religiösen Gesichtspunkten zu regieren, wie es bei den mächtigsten der Delhi-Sultane noch nicht der Fall gewesen war.

Dementsprechend war das Mogulreich auch stabiler. Das Indien des Jahrhunderts hatte durchaus eine fortschrittliche wirtschaftliche und finanzielle Organisation vorzuweisen.

Die Produktionstechniken in den Karkhanas Manufakturen der Mogulzeit waren spezialisiert, d. Handwerker arbeiteten gruppenweise an bestimmten Werkstücken und Arbeitsvorgängen. Es gab — wie in Europa auch — staatliche Anleihen für die Förderung der Wirtschaft. Nur hing diese Blüte von der Stabilität des Zentralstaates ab. Statt eines zentralistischen Marathen-Staates bildete sich allmählich eine Konföderation von Kleinkönigen heraus, zusammengehalten durch die Autorität des Premierministers, des Peshwa.

Jahrhunderts dehnten die Briten nach Verdrängung der Franzosen und Portugiesen ihren Machtbereich aus. Zunächst sicherten die Briten unter General Robert Clive, 1.

Baron Clive nur ihre Handelsinteressen in Bengalen ab Indienhandel , indem sie sich in die Streitigkeiten der indischen Fürsten einmischten.

Bald aber erwiesen sie sich als ehrgeizige und flexible Machthaber. Die Kompanie hielt sich immer hinter der fiktiv aufrechterhaltenen Herrschaft des Nawabs von Bengalen versteckt. Bengalische Handwerker waren an die Handelsvertretungen der Kompanie zwangsweise gebunden, indem sie verpflichtet wurden, ihre Waren zu einem minimalen Preis zu liefern. Ihre Steuerlast erhöhte sich stark.

Das Resultat war die Hungersnot von bis , in der zehn Millionen Einwohner von Bengalen starben. Dasselbe geschah mit dem Reich der Sikh im ersten und zweiten Sikh-Krieg bis In Indien begann eine lange Periode, in der einheimische Industrien zusammenbrachen.

Zu dieser Zeit starben bis zu 40 Millionen Inder an Hunger. Die Privilegien der Ostindischen Kompanie wurden schon abgeschafft. Aber die Investitionen hielten sich in engen Grenzen, denn der europäische und amerikanische Markt waren sicherer und hatten bessere logistische Voraussetzungen vorzuweisen. Banken wurden eingerichtet, Dampfer auf den Flüssen eingesetzt und ab begann man mit dem Bau der ersten Eisenbahnlinie.

Der Indische Aufstand von richtete sich gegen die britische Kolonialherrschaft über den indischen Subkontinent. Der Aufstand war überwiegend auf das obere Gangestal und Zentralindien beschränkt. Der Beginn des Indischen Aufstands von wird meistens auf den Mai datiert, den Tag, an dem Sepoys offen gegen ihre britischen Offiziere meuterten und es am selben Tag noch zu Morden an britischen Offizieren und Zivilpersonen kam.

Die meuternden Truppen zogen nach Delhi, das sich bereits am folgenden Tag weitgehend in der Hand der Aufständischen befand.

In Delhi kam es gleichfalls zu Massakern an Briten und Eurasiern sowie an Indern, die zum Christentum übergetreten waren. An diesen Massakern waren nicht nur Sepoys, sondern auch Teile der indischen Zivilbevölkerung beteiligt. In den folgenden Wochen und Monaten dehnte sich der Aufstand über Nordindien aus. Einzelne britische Garnisonen wie Kanpur verteidigten sich dabei teils mit Hilfe loyal gebliebener Sepoys über mehrere Wochen gegen eine Übermacht aufständischer Truppen.

Die Morde in Indien wurden von britischen Truppen als Rechtfertigung für eine Kriegsführung genommen, die bereits von Zeitgenossen als unangemessen grausam und ethisch zweifelhaft eingestuft wurde. Die indische Fürstin schloss sich dem Aufstand nur zögernd an und entschied sich für eine aktive Unterstützung erst, als sie darin die einzige Möglichkeit sah, den Machtanspruch ihrer Familie zu sichern. Sie fiel im März in einer Schlacht gegen britische Truppen. Noch gab es jedoch einzelne Auseinandersetzungen, so dass der Indische Aufstand nach allgemeinem Verständnis erst in diesem Jahr endete.

Als eigentliche Ursachen gelten die von der Britischen Ostindien—Kompanie verfolgte Sozial- und Wirtschaftspolitik, durch die weite Teile der indischen Bevölkerung Landrechte, Beschäftigungsmöglichkeiten und Einfluss verloren, die im Jahrhundert zunehmenden Anstrengungen, Indien zu christianisieren sowie die Annexion indischer Fürstenstaaten durch Anwendung der Doctrine of Lapse.

Es besteht in der Geschichtsschreibung kein Konsens, welchem dieser Faktoren ein besonderes Gewicht zukommt. Zu dieser Zeit — — — verhungerten Schätzungen zufolge zwischen 5,5 [16] und 29 [17] Millionen Inder.

Indischer Nationalkongress und Muslimliga verfassten gemeinsam eine Erklärung mit Forderungen nach indischer Unabhängigkeit. Diese wurde von der britischen Regierung im August mit einer politischen Absichtserklärung beantwortet, Indien einen allmählichen Übergang zur Selbstregierung zuzugestehen. Nach dem Ersten Weltkrieg , in dem 1,3 Millionen Mann der Indischen Armee auf britischer Seite kämpften, war das weiterhin unter britischer Herrschaft stehende Indien eines der Gründungsmitglieder des Völkerbunds.

Unter der Führung Mahatma Gandhis — kam es in der Zwischenkriegszeit zu aktivem, aber gewaltlosem Widerstand gegen die britische Herrschaft. Innerhalb des Indischen Nationalkongresses gab es zu dieser Zeit, insbesondere unter der Führung Subhash Chandra Boses in den späten er Jahren Richtungsstreitigkeiten über den Einsatz von Gewalt gegen die britische Herrschaft.